Aktuelle wirtschaftliche Situation nach wie vor nicht gut – dennoch positive Ausblicke in die Zukunft - Konjunkturbarometer der Salzburger Industrie schlägt weiter nach oben aus - Entwicklung der Auftragslage verbessert sich zunehmend; vor allem im Ausland - Aussichten für das nächste Halbjahr deutlich positiv – Salzburg liegt mit großem Abstand vor dem abgeflachten Österreichtrend.
Mit dem Wert +31,2 steigt das Barometer des Salzburger Geschäftsklimas auch dieses Quartal weiter im positiven Bereich (Q4-25: +22,0). Österreichweit verbleibt der Saldo mit 9,4 (Vorquartal: +7,3) weiter leicht im Plus. Für Salzburg wird in drei Monaten eine steigende Produktionstätigkeit erwartet, auch sehen die Betriebe eine leicht steigende Ertragslage in 6 Monaten.
„Die Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg bremsen die Konjunktur aber leider österreichweit“, weiß IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler und erklärt: „Damit fällt die Erholung unserer Wirtschaft deutlich schwächer aus, als wir vor Beginn dieses weiteren Krieges, gehofft hatten.“
Vor dem Hintergrund des aktuellen Energiepreisschocks nimmt auch das IHS seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2026 und 2027 auf 0,5 % bzw. 0,8 % zurück. Ausgehend von 2,0 % dürfte die Inflationsrate 2026 auf durchschnittlich 2,9 % ansteigen. Die Lage am Arbeitsmarkt sollte mit einer Quote von 7,5 % nahezu unverändert bleiben. Allerdings wird ein Budgetdefizit von voraussichtlich 4,2 % des Bruttoinlandsprodukts erwartet.
Aufschwung verliert wieder an Tempo
Die aktuellen Konjunkturprognosen von Wifo und IHS unterstreichen die weiterhin anspruchsvolle wirtschaftliche Lage in Österreich, umso mehr sind Entlastung, Reformen und Tempo jetzt die zentrale Handlungsmaxime. Der geopolitische Konflikt im Iran und die damit verbundenen Energiepreisanstiege treffen die heimische Wirtschaft in einer Phase verhaltener Erholung und verstärken bestehende strukturelle Herausforderungen.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, wie anfällig Österreichs Wirtschaft für externe Schocks bleibt. Umso wichtiger ist es jetzt, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts konsequent zu stärken und für verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen“, betont IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler und unterstreicht: „Gerade die Industrie als Rückgrat der heimischen Wertschöpfung steht durch hohe Energiepreise und steigende Kosten insgesamt unter Druck.“
Unternehmen gezielt entlasten und Standort stärken
Unterkofler fordert daher rasche und gezielte Maßnahmen: „Wir müssen bei den Energiepreisen wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau kommen. Es braucht eine wirklich spürbare Abwärtsbewegung bei den Lohnnebenkosten und einen konsequenten Abbau von Bürokratie. Jetzt ist entscheidend, Planungssicherheit zu schaffen und mit klaren Reformschritten den Standort nachhaltig zu stärken.“
Die Ergebnisse der IV-Konjunkturumfrage im Detail
- Im ersten Quartal 2026 sehen wir den leichten Aufwärtstrend des letzten halben Jahres bestätigt. Für rund zwei Drittel der befragten Salzburger Unternehmen zeigt sich die Geschäftslage aktuell gleichbleibend - in sechs Monaten rechnen sogar fast alle Unternehmen (98%) mit einer besseren oder zumindest gleichbleibenden Geschäftslage – zu 79 % in Q4/25. Die Auftragsbücher sind annähernd gleich gut befüllt – so der Tenor der IV-Konjunkturumfrage zum Quartal Q4/25.
- Die schlechte Lage bei den Auftragsbeständen bzw. der Auftragslage aus dem Ausland hat sich im letzten Halbjahr weiter verringert; mittlerweile sehen über 90 % der Unternehmen eine „gute“ Auftragslage!
- Ebenso bewerten fast 90 % der Betriebe mittlerweile ihre Ertragssituation im ersten Quartal 2026 mit „gut“ bzw. „durchschnittlich“. In sechs Monaten rechnen derzeit nur noch 7 % der Betriebe mit einer sinkenden Ertragslage. Die Auslastung der Produktionskapazität ist weiter gestiegen: Fast alle Betriebe (statt 91 % in Q4) erwarten steigende oder zumindest gleichbleibende Werte.
- Auch der Anteil der Unternehmen mit Bedarf an neuen Mitarbeiter:innen ist von 26% (Q4) auf 29% gestiegen. Dazu können zwei Drittel der Unternehmen ihren Beschäftigungsstand halten. Der Anteil an Unternehmen, die gezwungen sind Stellen abzubauen, ist seit fast vier Jahren (Q2/22) wieder unter 10% - so der Stand Mitte März 2026.
Zur Befragungsmethode: An der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg haben sich 32 Betriebe mit 16.525Beschäftigten beteiligt. Die Auswertung ist nach Beschäftigten gewichtet. Bei der Umfrage werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. An den Prozentanteilen der Antworten wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den positiven und negativen Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Das Konjunkturbarometer wird aus dem Mittelwert der aktuellen Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt.
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