Konjunkturbarometer der Salzburger Industrie schlägt weiter nach oben aus - Entwicklung der Auftragslage leicht verbessert – vor allem im Ausland - Aussichten für das nächste Halbjahr sind überwiegend gleichbleibend – Salzburg liegt mit großem Abstand vor dem positiven Österreichtrend.
Im ersten Quartal 2025 sehen wir eine leicht positive Entwicklung. Für zahlreiche Salzburger Unternehmen hat sich die Geschäftslage aktuell verbessert - die Aussichten in sechs Monaten sind jedoch überwiegend gleichbleibend. Nur ein Viertel der Betriebe schätzen ihre Lage in der Zukunft günstiger ein. Die Auftragsbücher sind aktuell etwas besser gefüllt – soweit der Tenor der aktuellen IV-Konjunkturumfrage zum Quartal Q1/25.
Die Ertragssituation wird im Vergleich zum letzten Quartal deutlich besser bewertet. In sechs Monaten rechnen allerdings nur 16 % mit einer gestiegenen Ertragslage. Zusätzlich befürchten fast 20 % wieder eine Verschlechterung der Situation. Die Auslastung der Produktionskapazität wird weiter steigen: 95 % erwarten steigende oder zumindest gleichbleibende Werte. Dementsprechend rechnen nur noch 16 % der Unternehmen mit einem abnehmenden Beschäftigtenstand.
Mit dem Wert +25,3 ist das Barometer des Geschäftsklimas auch dieses Quartal weiter im positiven Bereich hochgeklettert. (Q4-24: +14,5). Dieses Klima wurde durch den Mittelwert zwischen aktueller und der Geschäftslage in sechs Monaten errechnet.
Salzburger Industrie im Aufwind
„Das Salzburger Konjunkturbarometer macht aktuell etwas Mut, obwohl die Wirtschaftsforschungsinstitute eher schwarzsehen, was 2025 betrifft. Die Betriebe in unserem Bundesland haben immer wieder gezeigt, dass sie flexibel und resilient durch Krisen kommen können. Darauf dürfen wir stolz sein und uns weiterhin darauf konzentrieren, dass sich die Lage bei uns im Österreichvergleich erfreulicher darstellt“, betont IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler. Dennoch erklärt er weiter: „Die Gesamtlage der Wirtschaft lässt uns in den letzten drei Jahren nicht gerade jubeln: die aktuellen Konjunkturprognosen des WIFO und IHS geben deutliche Alarmzeichen. Selbst die mögliche Erholung im zweiten Halbjahr steht angesichts geopolitischer Unsicherheiten – insbesondere im Kontext der US-Handelspolitik – unter keinem guten Stern.“
„In Anbetracht des drohenden Defizitverfahrens, sehen wir die Notwendigkeit für grundlegende Strukturreformen als nicht mehr aufschiebbar. Hier sind sowohl die Bundesebene als auch alle Bundesländer gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Maßgeblich für die Überwindung der Rezession ist eine Wende zum Besseren beim Investitionsgeschehen. Um den Unternehmen hier mehr Spielraum zu geben, schlägt die IV eine Erhöhung des Investitionsfreibetrages vor“, berichtet Unterkofler.
Die Ergebnisse der IV-Konjunkturumfrage im Detail
- • Im ersten Quartal 2025 zeigt die Entwicklung der Salzburger Industrie leicht positive Tendenzen: Geschäftslage, Ertragssituation, Beschäftigungstand – und somit das Konjunkturbarometer insgesamt gehen nach oben.
- • 40% der befragten Unternehmen schätzen die aktuelle Geschäftslage als „steigend bzw. gut“ ein. Im Vorquartal waren es 30 %. Gleichzeitig hat die Einschätzung von einer „schlechten“ Geschäftslage abgenommen – von 26 % auf 12 %. In sechs Monaten rechnen jedoch nur 27 % der Unternehmen mit einer besseren Geschäftslage – zu 35 % in Q4/24.
- • Die schlechte Lage bei den Auftragsbeständen bzw. der Auftragslage aus dem Ausland ist wieder zurückgegangen auf das Niveau von vor einem halben Jahr. Interessant dabei: eine „gute“ Auftragslage sehen so viele Unternehmen wie zuletzt Anfang 2023 – und zwar 39 % bzw. 48 % der Unternehmen im In- und Auslandsgeschäft.
- • Der Bedarf an neuen Mitarbeiter:innen ist wieder auf 38 % (von rund 20 % in den Vorquartalen) gestiegen. Dazu kommen 46 % der Unternehmen, die ihren aktuellen Beschäftigungsstand halten können. Der Anteil an Unternehmen, die gezwungen sind Stellen abzubauen, ist zum Vorquartal leicht gefallen - so der Stand Mitte März 2025.
• Mehr als die Hälfte der Betriebe bewerten ihre Ertragssituation im ersten Quartal 2025 mit „gut“. Allerdings: Mit finanziellen Einbußen in 6 Monaten rechnen derzeit wieder 19 % anstatt zuletzt 8 % der Unternehmen.
Zur Befragungsmethode: An der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg haben sich 30 Betriebe mit 17.366 Beschäftigten beteiligt. Die Auswertung ist nach Beschäftigten gewichtet. Bei der Umfrage werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. An den Prozentanteilen der Antworten wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den positiven und negativen Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Das Konjunkturbarometer wird aus dem Mittelwert der aktuellen Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt.





