Aktuelle wirtschaftliche Situation signifikant verschlechtert – wenig positive Ausblicke in die Zukunft - Konjunkturbarometer der Salzburger Industrie im freien Fall - Entwicklung der Auftragslage ebenfalls nicht rosig; vor allem im Ausland - Aussichten für das nächste Halbjahr deutlich schlechter – Salzburgs Konjunkturkurve stürzt ab auf niedriges Österreich-Niveau.
Mit einem Wert von nur mehr +3,8 rasselt das Barometer des Salzburger Geschäftsklimas nach unten in Richtung Null-Linie (+31,2 im Vorquartal). Österreichweit verbleibt der Saldo mit 2,3 (Vorquartal: +9,4) noch darunter. Für Salzburg wird in drei Monaten eine erheblich sinkende Produktionstätigkeit erwartet - auch sehen die Betriebe eine maximal gleichbleibende Ertragslage in 6 Monaten.
„Die Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg bremsen die Konjunktur weiterhin massiv“, weiß IV-Salzburg-Präsident Andreas Wimmer und erklärt: „Daher dürfte die österreichische Wirtschaftsleistung im zweiten und dritten Quartal stagnieren und erst gegen Jahresende wieder Fahrt aufnehmen. Das eigentliche Gift ist dabei die Unsicherheit: Wer nicht weiß, wie Energiepreise, Lieferketten und Absatzmärkte in sechs Monaten aussehen, verschiebt Investitionsentscheidungen und genau das drückt die Stimmung zusätzlich. Leider fehlt hier die nötige Zuversicht.“
Dementsprechend erwartet das IHS für 2026 und 2027 auch nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,8 % bzw. 1,0 %. Die Inflationsrate wird im Jahresdurchschnitt 2026 wegen des erneuen Energiepreisschocks 3,0 % betragen und auch im kommenden Jahr mit 2,3 % über dem 2-Prozent-Ziel der EZB liegen. Nach 4,2 % im Vorjahr dürfte das Budgetdefizit im laufenden Jahr 4.0 % und im kommenden Jahr 3,7 % des Bruttoinlandsprodukts betragen.
Aufschwung verliert wieder an Tempo
Die aktuellen Konjunkturprognosen von Wifo und IHS unterstreichen die weiterhin anspruchsvolle wirtschaftliche Lage in Österreich, umso mehr sind Entlastung, Reformen und Tempo jetzt die zentrale Handlungsmaxime. Der geopolitische Konflikt im Iran und die damit verbundenen Energiepreisanstiege treffen die heimische Wirtschaft in einer Phase verhaltener Erholung und verstärken bestehende strukturelle Herausforderungen.
„Die aktuellen Konjunkturdaten sind ein klares Warnsignal: Unser Wirtschaftsstandort verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Energie- und Rohstoffkosten, steigende Lohnstückkosten sowie fehlende Planungssicherheit setzen unsere Industriebetriebe massiv unter Druck“, warnt IV-Salzburg-Präsident Andreas Wimmer. „Wenn wir jetzt nicht entschlossen gegensteuern, drohen Investitionen und Wertschöpfung abzuwandern.“
Wimmer fordert daher rasche und gezielte Maßnahmen: „Jetzt braucht es wettbewerbsfähige Energiepreise, eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen. Unsere Unternehmen verfügen über Innovationskraft und bestens ausgebildete Fachkräfte – die Politik muss dafür sorgen, dass sie diese Stärken auch am Standort Österreich ausspielen können.“
Die Ergebnisse der IV-Konjunkturumfrage im Detail
• Im zweiten Quartal 2026 sehen wir eine massive Verschlechterung des leichten Aufwärtstrends des letzten halben Jahres. Für 80 % der befragten Salzburger Unternehmen zeigt sich die Geschäftslage aktuell gleichbleibend - in sechs Monaten rechnen aber nur mehr 53 % der Unternehmen damit – 22 % befürchten sogar eine schlechtere Situation (nur 2 % in Q1/26). Die Auftragsbücher sind überwiegend durchschnittlich bzw. deutlich weniger gut befüllt – so der Tenor der IV-Konjunkturumfrage zum Quartal Q2/26.
• Die Lage bei den Auftragsbeständen bzw. der Auftragslage aus dem Ausland hat sich im letzten Halbjahr etwas verschlechtert; mittlerweile sehen nur mehr 13 % (anstatt 32 %) der Unternehmen eine „gute“ Auftragslage!
• Ihre Ertragssituation bewerten die Unternehmen aktuell mit 85 % mit durchschnittlich bis gut – in 6 Monaten sehen das immerhin 96 % gleichbleibend bzw. besser. 12 % der Unternehmen melden mittlerweile eine negative Auslastung ihrer mittelfristigen Produktionskapazität im Vergleich zu nur 3 % in Q1-26.
• Auch der Anteil der Unternehmen mit Bedarf an neuen Mitarbeiter:innen ist von 29% (Q1) auf nur mehr 5% gefallen. Immerhin können 83 % der Unternehmen ihren Beschäftigungsstand halten.
Zur Befragungsmethode: An der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg haben sich 35 Betriebe mit 15.714Beschäftigten beteiligt. Die Auswertung ist nach Beschäftigten gewichtet. Bei der Umfrage werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. An den Prozentanteilen der Antworten wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den positiven und negativen Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Das Konjunkturbarometer wird aus dem Mittelwert der aktuellen Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt.
Im Anhang finden Sie die Ergebniszahlen sowie die Grafiken zum Konjunkturbarometer.





