Beim Salzburger Industrie- und Zukunftsforum der IV Salzburg, der Oberbank und den „Salzburger Nachrichten“ im Hangar-7 stand nachhaltiges Wirtschaften im Mittelpunkt. Keynote-Speakerin Saori Dubourg, CEO der Greiner AG, rief zu einem „Systemwechsel“ auf: „Der Klimawandel macht keinen Deal – er wird nicht weggehen.“ Die deutsche Managerin Dubourg forderte ein neues Mindset von der Wirtschaft ein.
Rund 350 Gäste kamen Mitte November zum Salzburger Industrie- und Zukunftsforum in den Hangar-7.
IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler plädierte dafür, das Glas halb voll und nicht halb leer zu sehen. Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache: „Salzburgs Industrie leidet weiterhin unter hohen Kosten, wachsender Bürokratie und fehlenden Reformen – Faktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gefährden. Es braucht mutige Entscheidungen statt immer größerer Verwaltungsapparate. Österreich muss ein investitionsfreundliches Umfeld schaffen, das unternehmerische Freiheit stärkt.“
Laut dem Salzburger Konjunkturbarometer zeigen die Betriebe weiterhin hohe Flexibilität und Krisenfestigkeit. Großprojekte und Produktionsstätten verankern Unternehmen am Standort. Im österreichweiten Vergleich steht Salzburg wirtschaftlich deutlich besser da.
Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger blickte beim Zukunftsforum positiver auf die kommenden Monate als so mancher Wirtschaftsforscher: „Unsere 1000 wichtigsten Kunden sind optimistisch, was Gewinne, Aufträge und Umsätze betrifft.“ Auch die Zinssenkungen der EZB würden ihre Wirkung zeigen.
Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) rief zum Zusammenhalt in der wirtschaftlichen Schwächephase auf und zu einem unternehmerischen Agieren im Sinne von Kindern und Kindeskindern.
The future is up to us
Eines machte die Vorstandsvorsitzende der österreichischen Greiner AG, Saori Dubourg, schon zu Beginn des Salzburger Industrie- und Zukunftsforums im Hangar 7 klar: „Die Zukunft liegt in unseren Händen.“ Die Managerin aus Deutschland merkte zugleich selbstkritisch die Frage an: „Was ist das für eine Zumutung: Wir sind nämlich gemeint.“ Dubourg rief zu einer neuen Form des Wirtschaftens auf. Zu einer Form, die ein System aus Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft bilde.
„Selbst der Wandel ist nicht mehr das, was er einmal war.“ Die Extremausschläge würden intensiver und mehr. Dabei bezog sich die Managerin auf internationale Lieferketten, die durch die Globalisierung und die US-Zölle aufgebrochen werden würden.
Dubourg legte den Fokus im internationalen Wirtschaftskontext aber vor allem auf die globale Erderwärmung. „Ich weiß, Nachhaltigkeit ist nicht en vogue. Nachhaltigkeit ist aber für mich kein alter Schuh.“ Es gelte, sich mit dem auseinanderzusetzen, was wir hinterlassen. „Wir haben eine Verantwortung für unseren Abfall“, betonte die Vorstandsvorsitzende der österreichischen Greiner AG, ein weltweit führendes Unternehmen für Kunststoff- und Schaumstofflösungen. Dubourg hielt ein Plädoyer für Produkt- und Verpackungsinnovation auf Basis von ökologischen Werten. „Nachhaltigkeit wurde bislang sehr ideologisch thematisiert. Wir müssen aber auch die Kosten mitdenken.“ Es sei nun die Frage, ob man in ein altes Narrativ zurückgehe oder in die Zukunft blicke. „Es entstehen neue Technologien und Märkte“, sagte Dubourg mit Blick auf die technologische, ökologische und gesellschaftliche Wende und die damit verbundenen Chancen. „Der Klimawandel macht keinen Deal – er wird nicht weggehen, das muss uns bewusst sein.“


