Aktuelle wirtschaftliche Situation nach wie vor nicht gut – dennoch teilweise positive Ausblicke in die Zukunft -Konjunkturbarometer der Salzburger Industrie schlägt etwas nach oben aus - Entwicklung der Auftragslage leicht verbessert; vor allem im Ausland - Aussichten für das nächste Halbjahr etwas besser – Salzburg liegt mit großem Abstand vor dem ebenfalls steigenden Österreichtrend.
Mit dem Wert +22 steigt das Barometer des Salzburger Geschäftsklimas auch dieses Quartal weiter im positiven Bereich (Q3-25: +14,7). Österreichweit kippt der Saldo mit +7,3 wieder leicht ins Plus. Für Salzburg wird in drei Monaten eine steigende Produktionstätigkeit erwartet, jedoch sehen die Betriebe eine leicht zurückgehende Ertragslage in 6 Monaten.
„Vor dem Jahreswechsel hat sich die Stimmung in allen Wirtschaftssektoren außer dem Bau leicht verbessert“, weiß IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler und erklärt: „Für 2025 wird ein Anstieg des BIP um 0,5 % erwartet - heuer soll die österreichische Wirtschaft um 1,0 % und 2027 um 1,5 % wachsen.“ Unterkofler hofft auf einen weiteren Stimmungsturbo, denn die Inflation soll von durchschnittlich 3,6 Prozent im Jahr 2025 auf 2,5 Prozent 2026 und 1,9 Prozent 2027 sinken.
„Mit der wirtschaftlichen Erholung sollte sich auch der Arbeitsmarkt verbessern: Die Arbeitslosenquote dürfte von 7,4 Prozent (2025) auf 7,1 Prozent bis 2027 zurückgehen“, hofft der IV-Salzburg-Präsident.
Zartes Plus auf dünnem Eis
„Die österreichische Industrie hat die Talsohle durchschritten, von einem echten Aufschwung wird man heuer allerdings nicht sprechen können. Die Erholung, die sich abzeichnet, steht auf wackeligen Beinen. Es sind einige wenige Unternehmen, deren gute Performance dank digitaler Transformation und Energiewende die Statistik derzeit nach oben zieht. Der Großteil der Unternehmen sieht noch wenig Licht am Ende des Tunnels – die hohen Kosten drücken nach wie vor auf Wettbewerbsfähigkeit und Stimmung,“ fasst der IV-Salzburg-Präsident Unterkofler die aktuelle Wirtschaftslage zusammen.
Industriestrategie: Guter Start, aber noch kein Durchbruch
„Das Bekenntnis der Bundesregierung zur Industrie ist wichtig – jetzt zählt aber die Umsetzung“, hält IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler fest. Entscheidend sei, dass die angekündigten Schritte rasch und wirksam erfolgen und nicht in zusätzlichen Kosten oder neuer Bürokratie enden.
Kritisch sieht Unterkofler das Fehlen zentraler Struktur-Reformen: „Ohne eine nachhaltige Pensionsreform, spürbare Entlastungen bei Abgaben und eine stärkere Kapitalmarkt-Komponente bleiben die finanziellen Spielräume begrenzt.“ Erst diese Voraussetzungen würden es ermöglichen, die Re-Industrialisierung tatsächlich voranzubringen und messbare Fortschritte zu erzielen.
Die Ergebnisse der IV-Konjunkturumfrage im Detail
- Im vierten Quartal 2025 sehen wir die gesamte Entwicklung des letzten Jahres bestätigt. Für 56% der befragten Salzburger Unternehmen zeigt sich die Geschäftslage aktuell gleichbleibend - in sechs Monaten rechnen hingegen 37% der Unternehmen mit einer besseren Geschäftslage – zu 18 % in Q3/25, allerdings auch 21% mit einer schlechteren Entwicklung – zu 9% in Q4/25. Die Auftragsbücher sind wieder ähnlich gefüllt wie Anfang 2025 – so der Tenor der IV-Konjunkturumfrage zum Quartal Q4/25.
- Die schlechte Lage bei den Auftragsbeständen bzw. der Auftragslage aus dem Ausland verbessert sich zum Vorquartal und ist nunmehr wieder auf dem Niveau von Anfang 2025. Interessant dabei: eine „gute“ Auftragslage sehen weiterhin rund ein Drittel der Unternehmen.
- Mittlerweile fast 90 % der Betriebe bewerten ihre Ertragssituation im vierten Quartal 2025 mit „gut“ bzw. „durchschnittlich“. In sechs Monaten rechnet jedoch wieder fast jeder 5. Betrieb mit einer sinkenden Ertragslage. Die Auslastung der Produktionskapazität steigt wieder auf das Niveau von vor einem halben Jahr: 91 % (statt 80 % in Q3) erwarten steigende oder zumindest gleichbleibende Werte.
- Bedarf an neuen Mitarbeiter:innen hat dementsprechend weiterhin ein Viertel der Unternehmen. Dazu kommen 54 % der Unternehmen, die ihren Beschäftigungsstand halten können. Der Anteil an Unternehmen, die gezwungen sind Stellen abzubauen, ist im 4. Quartal ähnlich zum Vorquartal verblieben - so der Stand Mitte Dezember 2025.
Zur Befragungsmethode: An der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg haben sich 29 Betriebe mit 17.055 Beschäftigten beteiligt. Die Auswertung ist nach Beschäftigten gewichtet. Bei der Umfrage werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. An den Prozentanteilen der Antworten wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den positiven und negativen Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Das Konjunkturbarometer wird aus dem Mittelwert der aktuellen Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt. Im Anhang finden Sie die Ergebniszahlen sowie die Grafiken zum Konjunkturbarometer.





