Eine Gruppe Studierender der Ingenieur- und Werkstoffwissenschaften besuchte Mitte Februar im Rahmen der EUREGIO-Industrie-Exkursion zwei traditionsreiche Salzburger Industriebetriebe. Leube, Spezialist für Baustoffe und Betonteile sowie Kaindl, führendes Unternehmen im Bereich Holzwerkstoffe und -Böden, boten spannende Einblicke in die Praxis.
Nicht nur der Kreislauf vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt war für die Studierendeninteressant, sondern vor allem auch das Recycling von Materialien, die Entwicklung neuer Produkte und firmeninterne Energieerzeugung. Die Unternehmens-Vertreter:innen standen Rede und Antwort und gaben zudem Einblicke in das reale Industrie-Berufsleben.
Organisiert werden die Industrie-Exkursionen von der Industriellenvereinigung Salzburg, der EUREGIO Salzburg - Berchtesgadener Land – Traunstein sowie der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH.
Leube Zementwerk in Grödig/St. Leonhard
Seit über 160 Jahren wird am Standort in Grödig/St. Leonhard der Kalkstein, als Grundlage für die Zementproduktion, durch Sprengung und „Herausreißen“ im Tagebau mit schwerem Gerät abgebaut und weiterverarbeitet. Besonders beeindruckend ist der Drehofen zum Brennen des Kalksteins, der auf Grund von Revisionsarbeiten bis Anfang März kalt bleibt. In Vollbetrieb herrschen dort im Inneren bis zu 1500°C. Vom Dach des Wärmetauscherturmes in 100 m Höhe hat man einen weitreichenden Überblick über das Zementwerk und die Umgebung.
Nach 13 Jahren Forschung gelang mit dem Leube GreenTech KOMBI ZEMENT ein Quantensprung in der Zementerzeugung mit weniger als 330 kg CO2 pro Tonne Zement. Im Leube Zementwerk werden 100% des Strombedarfs mit Ökostrom aus Wasserkraft gedeckt.
Global Player Kaindl in Wals
Das Sägewerk Kaindl wurde 1897 im Lammertal gegründet. Heute gehören Kaindl bzw. die Kronospan-Gruppe zu den weltweit größten Herstellern von Holzwerkstoffen für den Möbel- und Innenausbau. Die Span- und HDF-Platten (Hochdichte Faserplatte) finden verarbeitet als Dekorplatte, Küchenarbeitsplatte, Furnierplatte oder als Designboden Verwendung. Verarbeitet werden zum großen Teil Recyclingmaterial, Rundhölzer aus heimischen Wäldern und Holzreste der umliegenden Sägeindustrie.
Kaindl steht für den „Zero waste“-Gedanken und verarbeitet bereits zu einem Drittel Alt- und Recycling-Holz. In den nächsten Jahren soll ein Biomasse-Kraftwerk ans Netz gehen, das Kaindl energieautark macht und zusätzlich 20.000 Haushalte mit Wärme versorgen wird.


