Die Industriellenvereinigung (IV) warnt vor einer massiven zusätzlichen Bürokratielawine durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Das Ziel ist unbestritten: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Entscheidend ist aber eine praxistaugliche Umsetzung ohne Gold Plating - mit klarer Anerkennung unseres in Österreich bewährten Kollektivvertragssystems.
Die IV bekennt sich klar zur Beseitigung nicht gerechtfertigter geschlechtsspezifischer Einkommensunterschiede. Auch für die Salzburger Industrie ist dieses Ziel selbstverständlich. IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler erklärt: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit steht für uns außer Frage. Doch die aktuelle Umsetzung droht, Unternehmen massiv zu belasten, ohne das eigentliche Problem zu lösen.“.
In der vorliegenden Form stellt die geplante EU-Entgelttransparenzrichtlinie einen erheblichen Rückschritt für den Wirtschaftsstandort dar. Aus Sicht der IV droht ein massiver Ausbau von Bürokratie und Regulierung, der Unternehmen unverhältnismäßig belastet und zusätzliche administrative Hürden schafft. Besonders kritisch ist, dass bewährte Strukturen wie das österreichische Kollektivvertragssystem – ein tragender Pfeiler der Sozialpartnerschaft – durch die geplanten Maßnahmen untergraben werden.
„Die aktuellen Arbeitsentwürfe gehen in zentralen Punkten deutlich über die EU-Vorgaben hinaus („Gold Plating“) und weichen in grundlegenden Fragen, wie zB. bei der Definition gleichwertiger Arbeit, vom ursprünglichen Richtlinientext ab“, weiß der IV-Präsident. Vorgesehen sind verpflichtende, komplexe Bewertungssysteme für alle Unternehmen – selbst dann, wenn bereits funktionierende kollektivvertragliche Regelungen bestehen. Für Unterkofler ist klar: „Diese Form der Überregulierung ist weder notwendig noch zielführend.“
Wachsende Kritik in Europa
Auch auf europäischer Ebene zeigt sich zunehmende Skepsis. Mehrere Mitgliedstaaten stehen vor erheblichen Umsetzungsproblemen oder lehnen Teile der Richtlinie ab. „Angesichts der enormen bürokratischen Auswirkungen braucht es jetzt ein klares Stop-theclock: zurück an den Start und eine grundlegende Überarbeitung, bevor ein weiteres Bürokratiemonster auf die Unternehmen zukommt. Wir brauchen faire, praxistaugliche Lösungen – keine Überregulierung, die den Standort weiter schwächt.“ betont Präsident Unterkofler.
Die Industriellenvereinigung fordert daher eine grundlegende Kurskorrektur. Notwendig sind praxisnahe, verhältnismäßige und wirtschaftsfreundliche Lösungen statt eines weiteren Bürokratieschubs. In der derzeitigen Ausgestaltung ist die Entgelttransparenzrichtlinie nicht tragbar.


