Das IV-Salzburg Konjunkturbarometer zeigt deutliche Abkühlung

„Trotz aktuell noch guter Geschäftslage schwächt sich auch in Salzburg die Industriekonjunktur ab. Der kommende Winter wird frostig“, fasst Dr. Peter Unterkofler, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Salzburg, die Ergebnisse des aktuellen IV-Konjunkturbarometers aus dem 3. Quartal zusammen.

 

Der Ausblick auf die Geschäftslage in sechs Monaten zeichnet ein düsteres Bild. „Eine derartige Differenz zwischen aktueller Geschäftslage und Ausblick gab es weder im positiven noch im negativen Sinn in den letzten fünfzehn Jahren – selbst während der Krise nicht“, so Unterkofler. Sein Appell an die zukünftige Bundesregierung: „Wir brauchen wieder rasch Stabilität im Land. Und eine innovative Politik mit mutigen Entscheidungen als positives Signal für den Standort. Das heißt vor allem – und wie noch vor einigen Monaten geplant – eine spürbare Entlastung muss dringend bei den Unternehmen ankommen“, so Peter Unterkofler.

 

Die Ergebnisse im Detail

 

Zunächst bleiben die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage im dritten Quartal beinahe unverändert: Weiterhin stuft keines der befragten Unternehmen die derzeitige Geschäftslage als schlecht ein. 52% sprechen von einer durchschnittlichen bzw. gleichbleibenden Situation, während 49% die Geschäftslage mit „gut“ bewerten. Die Aussicht auf die Geschäftslage im nächsten Halbjahr fällt allerdings drastisch ungünstiger aus: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bewerten die Aussicht schlechter als zum derzeitigen Stand; im Vorquartal waren es nur 4%. Von einem gleichbleibenden Niveau gehen heute noch 40% der befragten Betriebe aus, während nur drei % der Unternehmen eine Verbesserung erwarten.

 

Die aktuelle Geschäftslage bezieht sich auch auf die derzeitigen Auftragsbestände: Fast unverändert zum Vorquartal bezeichnet im dritten Quartal 2019 nur eines der Unternehmen die Lage als „schlecht“. Die aktuellen Auftragsbestände befinden sich auf dem Niveau vor einem halben Jahr: 47% sind mit dem Auftragsbestand zufrieden, das entspricht einem Rückgang von 10 Prozentpunkten zum 2. Quartal. Dementsprechend stieg der Prozentsatz an Unternehmen, die den derzeitigen Auftragsbestand mit „durchschnittlich“ angeben von 43% auf 52%.

 

Trotz der frostigen Aussicht auf die kommenden Monate wollen 77% der Betriebe weiterhin den aktuellen Beschäftigungsstand halten: Darüber hinaus benötigen voraussichtlich 4% der Unternehmen zusätzliche Kräfte in den kommenden drei Monaten, vor einem abnehmenden Beschäftigtenstand warnen aktuell 19% der Unternehmen. Die Herausforderung für die Industrie besteht sohin weiterhin darin, die Kapazitäten und Auftragsbestände bei gleichzeitigem Preisdruck zu halten.

 

Der derzeitige Bestand an Auslandsaufträgen wird weiterhin überwiegend als mittelmäßig bewertet: Zwei von drei befragten Unternehmen bewerten die Auftragslage mit „durchschnittlich“, während nunmehr jeder dritte Betrieb die Situation als „gut“ bezeichnet. Fast ähnlich zum vierten Quartal 2018 bewerten 5% der befragte Unternehmen die Auslandsauftragssituation mit „schlecht“.

 

Die Ertragssituation bewerten im dritten Quartal mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen mit durchschnittlich. Eine gute Lage sieht im Gegensatz zum Vorquartal (21%) nunmehr jedes Dritte. Allerdings ist auch der Anteil der Betriebe gestiegen, die die Lage als

schlecht bewerten, dies ist der schlechteste Wert im Jahresvergleich. Die positive Erwartungshaltung zu den Erträgen sinkt allerdings auch in diesem Quartal weiter: Mittlerweile sehen 40% der Zukunft pessimistischer entgegen. Dennoch, für 59% der befragten Unternehmen wird die Ertragssituation unverändert bleiben und für ein Unternehmen anziehen.

 

Die Produktionskapazitäten in drei Monaten werden von gleich viel Unternehmen (jeweils 27%) als steigend wie als fallend prognostiziert. Damit im Einklang ändert sich nunmehr auch die Auslastungsperspektive: während etwa ein Viertel der befragten Unternehmen eine abnehmende Auslastung sehen, bestätigen die anderen drei Viertel mit ihren gleichbleibenden oder gar gesteigerten Produktionskapazitäten auch weiterhin das Fundament des Industriestandortes Salzburg.

 

Zur Befragungsmethode: An der von der GfK Austria durchgeführten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg haben sich 28 Betriebe mit 12.980 Beschäftigten beteiligt. Die Auswertung ist nach Beschäftigten gewichtet. Bei der Umfrage werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. An den Prozentanteilen der Antworten wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den positiven und negativen Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Das Konjunkturbarometer wird aus dem Mittelwert der aktuellen Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt.

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