Verzögerung der 380-kV-Salzburgleitung gefährdet Energiewende

Erneuerbare Energien brauchen Netzkapazitäten – Verzögerung kostet alleine 2020 100 Mio. Euro – Schadet CO2-Bilanz

„Weitere Bauverzögerungen der 380-kV-Salzburgleitung gefährden die Versorgungssicherheit und gehen auf Kosten aller“, betont die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung (IV) Salzburg, Irene Schulte, anlässlich der Vorlage des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG). Seit Jahresbeginn habe der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) bereits 100 Mio. Euro aufwenden müssen, um die Versorgungssicherheit für die österreichischen Stromkunden garantieren zu können. Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wasser-, Solar- oder Windkraft kann durch den immer noch fehlenden Lückenschluss der 380-kV-Leitung durch Salzburg nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden.

„Für die heimische Industrie steht der Umbau des Energiesystems in Richtung Klimaneutralität außer Streit. Ohne entsprechende Netzkapazitäten wird Österreich die Klimaziele jedoch nicht erreichen können“, so Schulte weiter. Momentan finde eine unglaubliche Energie- und Geldverschwendung statt. „Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise wären die geplanten Investitionen der APG in den Netzausbau ein wahrer Konjunktur-Booster“, betont die IV-Salzburg Geschäftsführerin. Insgesamt plane der Netzbetreiber in den kommenden zehn Jahren Investitionen in der Höhe von 2,9 Milliarden Euro. „Jetzt braucht es den Ausbau – rasch und ohne Zeitverzögerung. Sinnloses Blockieren hilft dem Land, der Wirtschaft und somit uns allen nicht weiter“, so Schulte.

Der Bau wurde in einem jahrelangen Verfahren geprüft und genehmigt. Die Berufungen gegen das Urteil habe auch seitens der Höchstgerichte nicht zu einem Baustopp geführt. „Es ist inakzeptabel, wie weiterhin auf Politiker und Projektträger Druck ausgeübt wird“, so Schulte. Urteile seien in einem Rechtsstaat zu akzeptieren. In Zukunft werde noch mehr Strom aus erneuerbaren Quellen benötigt, um die Dekarbonisierung des Verkehrs- und Wirtschaftssektors - zum Beispiel der energieintensiven Industrie – voranzutreiben. „Eine Energiewende braucht die Salzburgleitung. Ausreichend sichere Stromkapazitäten sind in Zukunft Standortentscheidend“, betonte Schulte abschließend.

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