Industrie-Umfrage: Comeback mit Fragezeichen

Wirtschaftliche Normalität länger nicht in Sicht – Verlängerung der Kurzarbeit bringt Sicherheit für Unternehmen

„Langsam kehrt wieder ein Gefühl von Normalität in unseren Alltag ein, von einem wirtschaftlichen Normalbetrieb sind wir allerdings noch weit entfernt“, sagt Dr. Peter Unterkofler, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Salzburg, anlässlich einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der IV-Salzburg. „Die Post-Corona-Zeit stellt eine gewaltige Herausforderung für jeden Unternehmer dar“, betont Unterkofler.

Im Moment setzen 74 Prozent der befragten Industriebetriebe auf Kurzarbeit. 37 Prozent wollen dieses Krisenmodell verlängern, um die Auftragsausfälle zu kompensieren und weiter Arbeitsplätze zu sichern. „Das Instrument der Kurzarbeit hat sich in der Krise durchaus bewährt. Umso erfreulicher, dass die Corona-Kurzarbeit – zunächst mit drei Monaten befristet - nun um bis zu drei Monate verlängert werden kann“, so Unterkofler, der die neue Sozialpartnervereinbarung Anfang dieser Woche dazu als wichtiges Signal in Richtung Planungs- und Rechtssicherheit für Unternehmen wertet. Besonders wichtig ist, dass die Abwicklung weniger Bürokratie für Betriebe bringen soll, was zuletzt von zahlreichen Unternehmen dringend gefordert worden war.

Erfreulich ist, dass 68 Prozent der Unternehmen trotz der Krise ihre Forschungsausgaben wie geplant halten wollen. Knapp 5 Prozent der Betriebe gaben an, ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten noch zu verstärken. 27 Prozent müssen ihre F&E-Aktivitäten reduzieren. „Was es jetzt braucht sind weitere Investitionsanreize“, fordert der IV-Salzburg-Präsident. Aus Sicht der Industrie sei es jedenfalls zu begrüßen, dass ergänzend zum Konjunkturpaket der Bundesregierung nun auch das Land Salzburg mit einem Investitionsplan vor allem heimische Infrastruktur und Forschung fördern will. „Der Fokus darf nicht nur auf Klein-und Mittelbetriebe liegen, auch für die standortrelevanten Leitbetriebe muss es vermehrt Impulse geben“, fordert Unterkofler.

Die Situation für Industrie-Lehrlinge geben 75 Prozent der Betriebe im Land Salzburg als unverändert an. Hier wirkt sich die Corona-Krise somit nicht allzu dramatisch aus. Die Anzahl der Bewerber und der verfügbaren Lehrstellen bleiben soweit unverändert. „Ein Zeichen, wie krisensicher, nachhaltig und zukunftsorientiert die Industrie im Vergleich zu anderen Branchen aufgestellt ist“, so der IV-Salzburg-Präsident abschließend.

Befragungsdetails: An der Befragung haben 46 Mitgliedsunternehmen der IV-Salzburg im Zeitraum von 15. bis 25. Mai 2020 teilgenommen.

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