Salzburg nur im Mittelfeld

Das Bundesland konnte sich leicht verbessern: Salzburg liegt bei der regionalen Wettbewerbsfähigkeit auf Platz 105 von 263 untersuchten Regionen

Wirtschaftspolitik
Salzburg

Salzburg hat sich im von der Europäischen Kommission veröffentlichten Wettbewerbsranking leicht verbessert. Im Vergleich unter 263 Regionen konnte sich das Bundesland um vier Plätze auf Rang 105 vorarbeiten. Pro Kopf wird in Salzburg ein Bruttoregionalprodukt erwirtschaftet, das 1,5 Mal so hoch ist wie der EU-28-Durchschnitt; hier liegt Salzburg auf Rang 17.

Das ist allerdings kein Grund zum Jubeln. Die Analyse des EU-Berichts zeigt, dass Salzburg im Wettbewerb mit vergleichbaren Regionen zurückfällt. Vor allem in den Bereichen Bildung und Innovation liegt das Bundesland deutlich hinten.

Die Europäische Kommission hat den neuen Regional Competitiveness Index Ende Februar veröffentlicht. Der Bericht wurde 2010 eingeführt und erscheint alle drei Jahre; er soll es den Regionen ermöglichen, ihre Entwicklung im Vergleich mit anderen Regionen zu beobachten und zu bewerten. Erhoben werden elf Hauptkriterien: Institutionen, gesamtwirtschaftliche Stabilität, Infrastruktur, Gesundheit, Basis-Ausbildung, höhere Bildung und lebenslanges Lernen, Marktgröße, Arbeitsmarkteffizienz, technologische Bereitschaft, Entwicklungsstand der Wirtschaft sowie Innovation.

Im Innerösterreichischen Vergleich liegt die Region Wien/Niederösterreich klar vorn (Rang 49), Salzburg liegt mit Tirol (95), Steiermark und Vorarlberg (beide 98) sowie Oberösterreich (103) gleichauf, abgeschlagen sind Kärnten (120) und das Burgenland (125).

Der Trend ist also auch österreichweit gesehen nicht sehr erfreulich, alle Bundesländer liegen lediglich im Mittelfeld. Zu den wettbewerbsfähigsten Regionen besteht nach wie vor großer Aufholbedarf, insbesondere bei Bildung, Forschung und Innovation. Hier gibt das 2015 zwischen dem Land Salzburg und der Industriellenvereinigung geschlossene Industriepolitische Standortabkommen die Richtung vor: Etwa bei der Attraktiverung des Informatikstudiums der Universität Salzburg.

Viele standortpolitisch relevante Themen sind allerdings der Bundesgesetzgebung vorbehalten. IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte sagt: „Hier hat Österreich starken Aufholbedarf: Senkung der Abgabenquote, Entbürokratisierung, strukturelle Reformen – das alles wurde nicht gemacht. Deshalb ist Österreichs in den Wettbewerbsrankings zurückgefallen. Jetzt heißt es die Herausforderungen annehmen und Ärmel hochkrempeln. Dass die Sozialpartner etwa bei der Schaffung eines modernen Arbeitszeitrechts weiter auf der Bremse stehen, ist nicht mehr drinnen.“

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