Konjunkturausblick der Salzburger Industrie: Verlangsamtes Expansionstempo

IV-Salzburg Präsident Peter Unterkofler: „Reformen müssen jetzt umgesetzt werden. Für weitere Belastungen besteht kein Spielraum“.

IV-Salzburg Präsident Peter Unterkofler: 2019 bringt für die Industrie Herausforderungen, die Auftrags- und Konjunkturlage zu halten.

In der Vorausschau auf 2019 steht die Industrie vor der Herausforderung, die derzeitige Auftrags- und Konjkunkturlage zu halten. Das Expansionstempo hat sich verlangsamt, die ungewisse Ausgestaltung des Brexit und aktuelle Tendenzen in der internationalen Handelspolitik werfen ihre Schatten auf die Konjunkturprognose. Eine steigende Produktionskapazität in den nächsten drei Monaten erwartet laut jüngster Konjunkturumfrage in unseren Salzburger Betrieben nur noch ein Fünftel der befragten Unternehmen. „Umso wichtiger ist es, dass die angekündigten Reformen jetzt umgesetzt werden: Diese reichen von der Lohnnebenkosten- und Steuersenkung über F&E-Investitionen bis hin zu dringenden Infrastrukturmaßnahmen“, so IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler. „Das Gesamtbild zeigt, dass gerade im Hinblick auf die Verhandlungen der Kollektivverträge kein Spielraum für weitere Belastungen ist“, so Unterkofler.

Die Beurteilung der befragten Unternehmen, aktuell eine gute Geschäftslage zu haben, sank im dritten Quartal 2018 leicht auf 61 Prozent (2. Quartal: 72 Prozent). Die Aussicht auf die Geschäftslage im nächsten Halbjahr wird aktuell vom Großteil der befragten Unternehmen als gleichbleibend stabil gesehen. Von einer Verbesserung gehen nur 1 Prozent der befragten Unternehmen innerhalb der nächsten 6 Monate aus. Jedoch ist ein Zehntel der Befragten vorsichtig pessimistisch und erwartet eine ungünstigere Geschäftslage bis Ende März 2019.

Diese Perspektive bezieht sich auch auf die derzeitigen Auftragsbestände: Im dritten Quartal setzte sich die leicht sinkende Tendenz fort, einen „guten“ Auftragsbestand zu verzeichnen. Die aktuellen Aufträge pendelten sich nunmehr in etwa bei den Werten zu Beginn des Jahres ein: 54 Prozent bezeichnete die Auftragsbestände als „gut“, 46 Prozent als „durchschnittlich“. Als „schlecht“ wurde die Lage von keinem der befragten Unternehmen bezeichnet.

Auch wirkt sich die aktuelle Auftrags- und Produktionslage bereits auf den zukünftigen Beschäftigungsstand aus. Zusätzliche Kräfte in den kommenden 3 Monaten benötigt voraussichtlich knapp ein Fünftel der Unternehmen, hingegen haben drei Viertel gleichbleibenden Arbeitskräftebedarf. Gleichzeitig müssen aktuell 7 Prozent der Befragten vor einem abnehmenden Beschäftigtenstand warnen. Umso mehr besteht die Herausforderung für die Industrie aktuell darin, die Kapazitäten und Auftragsbestände bei gleichzeitigem Preisdruck zu halten.

Eindeutig verbessert hat sich im letzten Quartal die Lage bei den Auslandsaufträgen: Kein Unternehmen bewertet mit „schlecht“, vielmehr sehen 54 Prozent die Auftragslage weiterhin „gut“, 46 Prozent bewerten mit „durchschnittlich“.

Die derzeitige Ertragssituation wird weiterhin von rund der Hälfte der befragten Unternehmen als gut bewertet. 15 Prozent bewerten die Lage mittlerweile als schlecht, wohingegen der Wert im zweiten Quartal noch bei 10 Prozent lag. Die Erwartungshaltung zu den Erträgen sank nach dem „Sommer-Peak“ von 36 Prozentpunkten wieder zurück Richtung Niveau von Anfang des Jahres. Damit einhergehend zeichnet sich auch für ca. ein Achtel der befragten Unternehmen eine schlechtere Situation ab, die verbleibenden 70 Prozent sehen jedoch weiterhin eine gleichbleibende Ertragssituation.

Ein Fünftel der Unternehmen erwartet eine steigende Produktionskapazität in den nächsten 3 Monaten, alle anderen werden gleichbleibend produzieren. Damit im Einklang sank bei knapp 14 Prozent der befragten Unternehmen die im zweiten Quartal sprunghaft angestiegene Auslastung auch in diesem Quartal auf nunmehr 21 Prozentpunkte. Aktuell bestätigen fast vier Fünftel der Unternehmer mit ihren wohl gleichbleibendenden Produktionskapazitäten weiterhin das Fundament des Industriestandorts Salzburg.

An der von der GfK Austria durchgeführten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg haben sich 22 Betriebe mit 11.724 Beschäftigten beteiligt. Die Auswertung ist nach Beschäftigten gewichtet. Bei der Umfrage werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. An den Prozentanteilen der Antworten wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den positiven und negativen Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Das Konjunkturbarometer wird aus dem Mittelwert der aktuellen Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt.

 

Kontakt

Mag. (FH) Gertraud Eibl, MAS

Presse & Kommunikation, Industriellenvereinigung Salzburg

T +43 662 872 266 79
gertraud.eibl@iv.at


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