Bundesministerin Margarete Schramböck bei IV-Salzburg: Auftakt in Standortfragen

Österreich soll zum F&E-Headquarter für international agierende Unternehmen werden. Wie die Forschungsquote erhöht werden soll und wie sich die Chancen der Digitalisierung bestmöglich nutzen lassen, darüber sprach Bundesministerin Margarete Schramböck am 01. März beim ersten offiziellen Aufeinandertreffen mit der IV-Salzburg.

Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, im Gespräch mit Unternehmern der IV-Salzburg.

Der Austausch in Digitalisierungs-, Innovations- und Wirtschaftsfragen war zugleich ein Kick-Off für ein Maßnahmenpaket, das von der Stärkung von Wertschöpfungsketten bis hin zu Spillover-Effekten in der Wissenschaft reicht. Welche Inhalte eine ressortübergreifende „Task-Force Digitalisierung“ angeht und wie die Verflechtung von Bildung und Digitalisierung aussehen kann, war ebenso Thema des Termins wie die nachfolgenden Schwerpunkte:

Stärkung der Industriepolitik

Österreich darf im europäischen Wettbewerb nicht zurückfallen. Die Regierung habe gemeinsame Schwerpunkte definiert, die eine interministerielle Zusammenarbeit erfordern – gerade im Hinblick auf standortpolitische Themen und den Querschnittsbereich Digitalisierung. Die Ministerin lobte Impulse und Maßnahmen aus den Ländern. Salzburg würde vieles richtig machen, u.a. im Bildungsbereich, speziell bei der Berufsorientierung. „Wir dürfen kein Talent verlieren und setzen auf die frühe Förderung der Stärken unseres Nachwuchses“, bekräftigte IV-Salzburg Präsident Peter Unterkofler.

Fachkräftegewinnung und -sicherung

Ein Masterplan zum Thema Fachkräftegewinnung und -sicherung soll als Grundgerüst für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit am Standort dienen. Aktuell richtet sich die Lehre in Österreich primär an die Altersgruppe der bis 21-Jährigen; nur 30 Prozent der Lehrlinge sind weiblich. Von diesem Drittel widmen sich wiederum 44 Prozent drei Lehrberufen: Friseurin, Einzelhandelskauffrau und Bürokauffrau. „Dieses Spektrum müssen wir dringend in der Praxis erweitern und junge Frauen für die vielfältigen technischen Angebote begeistern“, so die Ministerin. Dafür müsse das System durchlässiger werden. Denkbar sei etwa das Modell Lehre mit Matura, aber auch die Matura mit Lehre. Mit Talentechecks und Berufsorientierungsmaßnahmen nach dem Salzburger Vorbild könnten individuelle Stärken des Nachwuchses entdeckt und gefördert werden: Nicht allein die akademische Laufbahn kann zum Erfolg führen, selbiges gilt für die Lehre. Entsprechend „on top“ auf der politischen Agenda steht die Stärkung von Lehre und Fachausbildung. Ziel ist es, den Meister im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) auf das Level des Bachelors zu heben und Lehrinhalte sowie Lehrberufe verstärkt digital auszurichten.

Digitalisierung als Querschnittsthema

Eine EU-Studie besagt, dass 40 Prozent der Europäer keine oder nur geringe digitale Skills haben, davon sind wiederum 50 Prozent arbeitslos. Diese Zahlen sind ein Alarmsignal. Die Digitalisierung spielt in diverse Bereiche hinein, etwa in die Themen Bildung und Infrastruktur, so auch in den Breitbandausbau. „Hier ist Salzburg schon sehr weit“, lobt die Ministerin.

Exportorientierte Wirtschaft in Österreich

In Österreich werden 6 von 10 Euro im Export erwirtschaftet. Jeder zweite Arbeitsplatz hängt am Export. Aktuell sind wir mit einer Veränderung in den internationalen Handelsströmen und einem protektionistischen Verhalten der USA konfrontiert. Um unseren Export zu stärken, braucht es eine Öffnung neuer Handelsräume. „Handelsabkommen sind nicht dafür da, um Standards abzuschaffen, sondern um neue Märkte nach bestehenden Qualitätskriterien zu erschließen“, so die Ministerin.

Schwerpunktsetzung in der Angewandten Forschung

Im Hinblick auf die bevorstehende Ratspräsidentschaft wurden bereits vier Schwerpunkte definiert:

  • Digitaler Binnenmarkt
  • Artificial Intelligence und Robotics
  • Duale Berufsausbildung
  • Anstoß für neue EU-Industriestrategie

„In einer Zeit, in der es konjunkturell gut geht, ist es umso wichtiger, entsprechende Maßnahmen für den Standort und die Zukunft zu setzen. Das Thema Fachkräfte ist eines der wichtigsten für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes“, so die Ministerin. IV-Salzburg Präsident Peter Unterkofler bekräftigte die Notwendigkeit, die Industriepolitik unseres Standortes nach vorne zu bringen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Salzburg zeichne ein breites Spektrum an Branchen aus, die mit neuen Geschäftsmodellen Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen. Im Gespräch der Salzburger Unternehmer mit der Bundesministerin wurde festgehalten: In der kommenden Legislaturperiode muss es darum gehen, Ideen umzusetzen. Die Industriellenvereinigung Salzburg freut sich auf den konstruktiven Austausch.

Kontakt

Mag. (FH) Gertraud Eibl, MAS

Presse & Kommunikation, Industriellenvereinigung Salzburg

T +43 662 872 266 79
gertraud.eibl@iv.at


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