Robuster Aufschwung

Kurzes Atemholen der Salzburger Industriebetriebe: Das Konjunkturbarometer schlägt leicht nach unten aus. Österreichweit stehen die Zeichen aber weiter gut für ein robustes Wachstum.

Nach den sehr optimistischen Daten zum Jahreswechsel hat bei der Einschätzung der Industriekonjunktur in Salzburg wieder ein wenig Realismus Platz gegriffen: Damit zeigt das Konjunkturbarometer der Industrie in unserem Bundesland leicht nach unten, es verharrt aber insgesamt auf einem guten Niveau. Anders ist die Lage im Bundesgebiet: Dort legen die beiden Indikatoren für die aktuelle Geschäftslage (um sieben auf 48 Punkte) und für die Geschäftserwartungen (um vier auf 21 Punkte) zum zweiten Mal in Folge zu – eine solche positive Entwicklung gab es seit drei Jahren nicht mehr. Das Ergebnis: Österreichweit kletterte das Konjunkturbarometer von 29 auf 34 Punkte und zeichnet damit den robusten Aufschwung der heimischen Industrie nach.

99 Prozent der Betriebe hatten im letzten Quartal 2016 die Geschäftslage in Salzburg mit steigend oder gleichbleibend bewertet – ein Spitzenwert. Im 1. Quartal 2017 stuften 36 Prozent der Betriebe die Geschäftslage als steigend, neun Prozent als fallend ein. Das aus diesen beiden Polen gebildete Saldo sank damit von 46 auf 27 Punkte. Dafür wird die in sechs Monaten erwartete Geschäftslage insgesamt günstiger eingeschätzt: 9 Prozent bewerten sie als günstiger, 78 Prozent als gleichbleibend – und nur 13 Prozent als ungünstiger als im letzten Quartal 2016.

Diese positive Erwartungshaltung der Unternehmen spiegelt auch die Einschätzung zur künftigen Auslastung der Produktionskapazitäten und zum Beschäftigtenstand wider. Gleich ein Viertel der Unternehmen erwartet einen steigenden, 72 Prozent einen gleichbleibenden Beschäftigungsstand. 25 Prozent der Betriebe erwarten eine steigende Auslastung der Kapazitäten, das sind doppelt so viele als zuletzt.

Insgesamt betrachtet sei die Konjunkturumfrage positiv, für Jubelstimmung bestehe allerdings kein Anlass, sagt IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte: „Erst gestern hat A.T.Kearney eine Umfrage unter 1000 Unternehmen präsentiert, in der Investoren Österreich weiterhin schlecht bewerten und vor Südafrika auf den 24. und damit vorletzten Platz reihen.“

Der Standort sei wegen fehlender Strukturreformen und hohen Lohnnebenkosten nicht attraktiv. Zusätzlich würde mangelnde Planungssicherheit bei großen Vorhaben, wie etwa die negative Entscheidung zum Flughafenausbau in Wien-Schwechat zeige, ein Investment erschweren. Das kenne man auch in Salzburg, sagt Schulte: „Der Ausbau der 380-kV-Salzburg-Leitung liegt nach einer positiven Umweltverträglichkeitsprüfung noch immer auf Eis, obwohl der Verbund 600 Millionen Euro investieren will, 193 Kilometer Leitungen abbaut und eine sichere Stromversorgung für die Bevölkerung, die Industrie und auch den Tourismus – Stichwort Skigebiete – wesentlich ist“.

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