Konjunkturofen gewinnt an Temperatur

Salzburgs Industrie startet schwungvoll in das neue Jahr – IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte: „Wir müssen den positiven Trend nutzen und die nötigen Reformen beim Arbeitszeitrecht endlich umsetzen!“

Der Konjunkturofen gewinnt an Temperatur.

Die Salzburger Industrie hat ihren Schwung in das Jahr 2017 mitgenommen. Die Geschäftslage bleibt stabil, die Aufträge ziehen an, das Konjunkturbarometer zeigt nach oben – das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung unter den Salzburger Betrieben zum 4. Quartal 2016.

Dabei ergibt sich die günstige Situation, dass nicht nur die aktuelle Geschäftslage auf hohem Niveau verharrt; es verbessern sich auch die Erwartungen für die künftige Geschäftslage deutlich: Von -6 Punkten kommend hat sich der Wert auf nunmehr +4 Punkte hochgearbeitet. Das IV-Salzburg-Konjunkturbarometer zieht von +7,5 auf +25 Punkte an und zeigt wieder nach oben. Wie stabil und dauerhaft der zarte Aufschwung ausfällt, hängt zum einen von globalen Entwicklungen, zum anderen von den standortpolitischen Entscheidungen im Inland ab. Hier bewertet die Industriellenvereinigung das eben beschlossene Arbeitsprogramm der Bundesregierung grundsätzlich positiv. Vereinbart wurden u. a. die Senkung der Lohnnebenkosten für neue Mitarbeiter, die Erhöhung der Forschungsprämie und neue Investitionsanreize für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern.

Allerdings muss an einigen Stellrädern noch kräftig gedreht werden. IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte sagt: „Neben den positiven Punkten im Arbeitsprogramm gab es leider wieder keine Einigung bei der Modernisierung der Arbeitszeitregelungen – das wäre der dringendste Wunsch der Industrie gewesen. Diese Maßnahme hilft großen wie kleinen Unternehmen. Der Konjunkturofen gewinnt an Temperatur. Gerade in Zeiten des Aufschwungs ist es für die Unternehmen notwendig, die eingehenden Aufträge auch abarbeiten zu können. Leider wurde dieses Thema an die Sozialpartner ausgelagert. Ich bin sehr skeptisch, dass sich diese zu einer Lösung zusammenraufen.“

Werden die Hausaufgaben erledigt, stehen jedenfalls die Chancen gut, dass sich die Erholung des Vorjahres fortsetzen wird. Die Bewertung für den Auftragsbestand stieg von 32 auf 42 Punkte, die Bewertung für Auslandsaufträge von 45 auf 51 Punkte. Der Index für die Produktionstätigkeit in drei Monaten stieg von -11 auf +3 Punkte. Auch der Stand der Beschäftigten könnte ansteigen, der Index kletterte von 0 auf +9 Punkte. Wermutstropfen im insgesamt positiven Konjunkturcocktail ist die Bewertung der Ertragslage. Sowohl bei der derzeitigen Ertragssituation als auch bei den erwarteten Verkaufspreisen zeigen die Pfeile nach unten. Insgesamt bewerten derzeit in Salzburg 99 Prozent der befragten Unternehmen die Geschäftslage mit „gut“ oder „durchschnittlich“.

Irene Schulte: „Wir müssen den Aufwind nutzen und den Standort jetzt voranbringen. Aus Sicht der Betriebe sind zwei Dinge vorrangig: Ein modernes Arbeitszeitgesetz und die Reduktion des Verwaltungsaufwandes für die Unternehmen.“

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