Fortschritte Industriepolitisches Abkommen: IV-Salzburg und Land Salzburg bei MACO

Was bedeutet das Industriepolitische Abkommen zwischen IV-Salzburg und Land Salzburg? Ein Pressegespräch gab Aufschluss über Erfolge aus dem Standortabkommen und über Bildung, Forschung und Innovation beim Salzburger Leitbetrieb MACO.

 

Die IV-Salzburg und das Land Salzburg präsentierten Fortschritte aus dem Industriepolitischen Standortabkommen. Einblicke in die praktische Umsetzung von Maßnahmen gab der Salzburger Leitbetrieb MACO.

Im Jahr 2015 haben die Salzburger Landesregierung und die IV-Salzburg das Industriepolitische Abkommen „Zukunftsweisende Wege für Salzburg“ unterzeichnet. Es ist das dritte derartige Abkommen zwischen beiden Partnern. Sie haben sich dazu bekannt, alle Kräfte zu bündeln, um den Industriestandort Salzburg voranzutreiben.

Welche Maßnahmen wurden seit 2015 u.a. in den Bereichen MINT-Bildung, IKT und Fachkräftesicherung umgesetzt?

Darüber und über konkreten Handlungsfelder von Infrastruktur über Raumplanung bis hin zu Verwaltung und Governance diskutierten am Montag, den 18. September 2017 im Rahmen eines Pressegesprächs:

Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg
Dr. Peter Unterkofler, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg
Mag. Irene Schulte, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg
Dipl. Kfm. Guido Felix, Vorsitzender und Unternehmenssprecher MACO

Was muss Salzburg tun, um Fachkräfte zu sichern?

Der Salzburger Leitbetrieb Mayer & Co Beschläge GmbH lieferte als Gastgeber der Veranstaltung Einblicke in sich verändernde Unternehmens- und Automatisierungsprozesse, in neue Berufsbilder sowie Aus- und Weiterbildungen bei MACO. Mit dem neu errichteten MACO Forschungs- und Innovationszentrum am Salzburger Headquarter wurde vor Ort ein Beispiel demonstriert, warum sich Investitionen in Forschung und Entwicklung lohnen und welcher Anreize es bedarf, um mit den besten Köpfen innovative Wege einzuschlagen.

Industrie als Jobmotor

„Ziel des Abkommens ist es, Salzburg nachhaltig weiter zu entwickeln. Wir forcieren damit Rahmenbedingungen, die die Wirtschaftskraft und Attraktivität des Industriestandortes Salzburg stärken“, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Die Industrie ist Wertschöpfungs- und Jobmotor und wirtschaftlich mit vielen kleinen und mittleren Unternehmen verknüpft. Das Standortabkommen zwischen der Industriellenvereinigung und dem Land Salzburg definiert jene Parameter, die zum Ausbau der bestehenden Unternehmen und zur Ansiedelung neuer Unternehmen beitragen. Langfristiges Ziel ist die Sicherung von Wohlstand und Wertschöpfung in der Region. „Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben jetzt schon eine enorme Bedeutung für Salzburg als Wirtschaftsstandort. Mit der Wissenschafts- und Innovationsstrategie (WISS 2025) setzen wir nach einer Analyse der Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Risiken dort an, wo wir dringende und zugleich langfristige Innovationen brauchen“, so der Landeshauptmann.

Neue Geschäftsmodelle durch Digitalisierung

IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler weist darauf hin, dass sich Unternehmens- und Produktionsprozesse grundlegend verändern. Er gibt zu bedenken, dass die fortschreitende Digitalisierung neue Geschäftsmodelle bedingt und die besten Köpfe erfordert: „Gefragt sind neben Digitalisierungskompetenzen zunehmend Softskills und vernetztes Denken. Der Bedarf an geeigneten Fachkräften in unseren Salzburger Leitbetrieben zeigt uns täglich, dass wir mehr denn je in unseren Nachwuchs investieren müssen. Deshalb fangen wir in der Industriellenvereinigung schon früh mit der Förderung junger Talente an – von der Elementarpädagogik bis hin zum Universitätsstudium“, sagte der IV-Salzburg-Präsident.

Zukunftsweisende Wege entwickeln

Keine Zukunft ohne Bildung, Forschung und Innovation. Im Zeitalter der Digitalisierung und Automatisierung wird die Verschränkung von Gesellschaft, Bildung und Industrie immer wichtiger. Ziel aller Akteure ist es, Salzburg zur Leuchtturmregion in der Bildung zu machen. „Salzburg muss zum Innovation Leader werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu sichern. Gezielte Maßnahmen im Bildungssystem, in der Forschungsförderung und der Innovationspolitik sind die Ausgangsbasis für die Zukunftsfähigkeit unserer Region“, betonte IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte.

Eine Führung durch die Produktion und die Lehrwerkstätte bei MACO gab Einblicke, wie praxisnahe Ausbildung funktioniert und welche Rahmenbedingungen es braucht, um junge Talente im Unternehmen aus- und weiterzubilden. Die Besichtigung des Rohbaus des MACO Forschungs- und Innovationszentrums richtete den Blick in die nahe Zukunft: „Mit dem neuen Forschungs- und Innovationszentrum schaffen wir wörtlich genommen Raum für Ideen und Innovationen“, sagte MACO-Vorsitzender und Unternehmenssprecher Guido Felix. In Betrieb wird das Zentrum im Frühjahr des kommenden Jahres gehen. Die Firstfeier findet noch in derselben Woche am 21. September statt.

Die Suche nach geeigneten Fachkräften / Studie

Eine Online-Erhebung unter IV-Mitgliedsbetrieben im Jahr 2016 hat ergeben, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen teilweise mit erheblichen Problemen konfrontiert sind, geeignete Mitarbeiter zu finden. Befragt wurden 85 Unternehmen mit rund 93.000 Mitarbeitern. Je höher das erwünschte formale Qualifikationsniveau, desto öfter wurde von Rekrutierungsschwierigkeiten berichtet: zwei von drei Firmen hatten Schwierigkeiten, geeignete Hochschulabsolventen zu finden, jede zweite Firma tat sich schwer, Fachkräfte (BHS- und Lehrniveau) zu finden.

Die IV-Salzburg und das Land Salzburg forcieren durch gemeinsame Aktivitäten im MINT-Bereich die Förderung der Bildung und Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Folgende Programme und Initiativen aus dem Industriepolitischen Standortabkommen wurden dahingehend auf Schiene gebracht:

Erfolge aus dem Industriepolitischen Standortabkommen 2015 – Auszug aus den Bereichen Bildung, IKT, F&E

Stiftungsprofessur Data Science: Land Salzburg, Stadt Salzburg und IV-Salzburg finanzieren gemeinsam eine Stiftungsprofessur an der Universität Salzburg. Damit soll der seit einem Jahr erfolgreich etablierte Master Data Science verstärkt werden.
Science City Itzling mit Schwerpunkt Materialwissenschaften: Die Umsetzung des Schwerpunktes ist gelungen, die Eröffnung fand in diesem Jahr statt.
MINT-Schule: Das MINT-Gütesiegel wurde in Salzburg umgesetzt. Bis 2020 soll in jedem Bezirk mindestens ein MINT-Schwerpunkt pro Schultyp aufgebaut worden sein.
SALIS: Die Internationale Schule wurde als Sekundarstufe I eingeführt. Mit der International Class hat die Praxisvolksschule das internationale Curriculum umgesetzt.
Förderung von Wirtschaftsverständnis: Die IV-Salzburg bietet Betriebspraktika und Schnuppertage in Salzburger Unternehmen für Lehrer an, ebenso SPICI-Exkursionen.
Spürnasenecke: In 28 Kindergärten wird bereits in der Spürnasenecke geforscht. Für das Jahr 2018 ist ein Ausbau um knapp das Doppelte geplant.
IKT-Offensive Salzburg: Die IKT-Bedeutung für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wurde in einem IKT-Masterplan mit Maßnahmenbündeln festgehalten. An der Umsetzung wird konsequent gearbeitet.

Fotos vom Pressegespräch und von der Besichtigung der MACO-Lehrwerkstätte sowie des Rohbaus finden Sie hier. "Bildung als Schlüsselfaktor für den Industriestandort Salzburg" - so lautet der Film des Landes-Medienzentrums.
 

Kontakt

Mag. (FH) Gertraud Eibl, MAS

Presse & Kommunikation, Industriellenvereinigung Salzburg

T  +43 662 872 266 79
E   gertraud.eibl@iv.at


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