Leichte Stimmungstrübung nach Brexit

Bei der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg zum 2. Quartal werten die Betriebe die Aussichten verhalten positiv. IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler fordert Investitionen in den Standort und Stärkung der Unternehmen.
 

Gestapelt für den Export.

Eine tendenziell gute Auftragslage, aber leicht getrübte Aussichten – das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Salzburg zum 2. Quartal 2016. Insgesamt sind die Zahlen positiv – seit Jahresbeginn hat das Wachstum in Österreich deutlich an Fahrt aufgenommen. Nach dem Votum für einen EU-Austritt in Großbritannien am 23. Juni ist allerdings die konjunkturelle Unsicherheit gestiegen.
Das spiegeln auch die Zahlen für Salzburg wider: Die derzeitige Geschäftslage wird doppelt so gut bewertet wie im 1. Quartal, bei den Auftragsbeständen stieg das Konjunkturbarometer sogar von 2 auf 12 Punkte. Auch die derzeitige Ertragssituation wird durchaus gut bewertet (Steigerung von 12 auf 16 Punkte). Allerdings sind die zukunftsgerichteten Indices gefallen. Die erwartete Produktionstätigkeit stürzte von 19 auf -2 Punkte unter die Nulllinie, auch beim Beschäftigtenstand in drei Monaten gab es ein Minus (von 5 auf -3 Punkte).
Bemerkenswert ist die sich abzeichnende Trendumkehr bei den Verkaufspreisen. Der Preisdruck bei industriell erzeugten Produkten ist zwar nach wie vor hoch, trotzdem konnte der entsprechende Saldo von -23 Punkten im 1. Quartal auf -6 Punkte hochklettern.
Die konjunkturelle Atempause sollte unmittelbar für Reformen genutzt werden, fordert der Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg, Dr. Peter Unterkofler. „Wir müssen den Standort jetzt voranbringen. Aus Sicht der Betriebe sind zwei Dinge vorrangig: Eine größere Flexibilität bei der Tageshöchstarbeitszeit und eine Reduktion des Verwaltungsaufwandes der Unternehmen.“ Hier zeichne sich zumindest eine Tendenz in die richtige Richtung ab. Beispielsweise sei das Lohn- und Sozialdumpinggesetz mit der Novellierung ein wenig praxistauglicher gestaltet worden.
Verstärktes Augenmerk sollte auf das Fundament der Österreichischen Wirtschaft, die Familienbetriebe, gelegt werden, fordert der IV-Salzburg-Präsident. „Die Familienunternehmen sind dank ihres hohen Eigenkapitals besonders krisenresistent und stabil. Das wird aber nicht belohnt, sondern bestraft“, sagt Peter Unterkofler. Deshalb sollten fiktive Eigenkaptalzinsen steuerlich abgezogen werden können und nicht entnommene Gewinne nur mit der halben KÖSt besteuert werden.

IV-IconInformationen zum Beitrag


Kontakt

Christoph Reiser

Presse, Industriellenvereinigung Salzburg

T  +43 662 872 266 79
E   christoph.reiser@iv.at

IV-IconVerwandte Themen auf IV-Salzburg


IV-Iconiv-positionen

Neueste Ausgabe lesen
iv-exklusiv Bild