Ideen aus aller Welt für Österreich

Bundesminister Sebastian Kurz und Unternehmensberater Roland Berger präsentierten in Salzburg „Erfolgsideen für unser Land“

Außenminister Sebastian Kurz.

Den Wirtschaftsstandort Österreich nach vorn bringen – das ist das Ziel einer Initiative von Außenminister Sebastian Kurz, der am Mittwochabend in Salzburg den Startschuss zu seiner Bundesländertour „Erfolgsideen für unser Land“ gab. „Mir ist wichtig, das weltweite Netzwerk des Außenministeriums auch in den Dienst der Wirtschaft zu stellen. Wenn ich im Ausland unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass ich von anderen lernen kann. In Asien gibt es Hunger nach Erfolg. In Israel, in Tel Aviv gibt es Freude an Innovation und Technologie. In Europa versucht man, Technologie zu verhindern statt zu fördern“, sagte Sebastian Kurz bei der Veranstaltung von Salzburger Sparkasse und Industriellenvereinigung im Crowne Plaza. Dort traf der Außenminister zunächst im kleinen Kreis Industrielle und Unternehmer und diskutierte anschließend vor 350 Gästen mit Unternehmensberater Roland Berger.

„Während die Zeitungen vor zwölf Jahren geschrieben haben, Österreich sei das bessere Deutschland, sind wir heute von dieser Situation weit entfernt. In Deutschland sinken Arbeitslosigkeit und Schuldenstand“, sagt Kurz. Roland Berger erläuterte in seinem Vortrag, wie Deutschland wirtschaftlich wieder auf die Überholspur kommen konnte: Mit Gerhard Schröders Agenda 2010. „Ein historisches Verdienst des SPD-Kanzlers“, sagte Berger. Eine signifikante Steuerreform, eine Reform des Arbeitsmarktes und der Sozialsysteme und eine Bürokratiebremse hätten Deutschland wieder nach vorn gebracht. Mit der Aufhebung der Gewinnsteuer von 53 Prozent auf Unternehmensveräußerungen habe sich die Deutschland AG aufgelöst, in der viele Unternehmen gegenseitig Anteile gehalten hätten. „Es gab massive Unternehmensverkäufe. Die Konzerne sind heute auf jene Bereiche des Weltmarkts fokussiert, wo sie eine Rolle spielen können“, sagte Berger.

Österreich stehe zwar nicht schlecht da und sei etwa beim BIP pro Kopf immer noch das bessere Deutschland, müsse aber vor allem Reformen in der Aus- und Weiterbildung anpacken. Für relativ kleine Volkswirtschaften sei die Digitalisierung die größte Chance. „Kein Kind darf mehr die Schule verlassen, ohne die Programmiersprachen zu kennen“, forderte Berger.

Erfolgsideen könne unser Land gut gebrauchen, davon ist auch IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler überzeugt: "Bürokratieabbau, stabile Staatsfinanzen, die papierlose Unternehmensgründung: Das sind Themen, die uns Großbritannien, Deutschland oder Estland vorleben. Österreich fällt dagegen zurück – das ist etwas, was wir uns nicht leisten können."

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