Keine Angst vor dem TTIP

Über Fakten und Mythen des TTIP diskutierte die US-Botschafterin Alexa Wesner mit Experten in Salzburg.

Das TTIP, Transaltlantic Trade and Investment Partnership, stand bei einer Diskussion von IV-Salzburg, Oberbank und der Österreichisch Amerikanischen Gesellschaft am 7. November 2014 im Mittelpunkt.

Das Freihandelsabkommen TTIP soll den Handel zwischen Europa und den USA deutlich erleichtern. Unterschiedliche technische Standards sollen vereinheitlicht werden und Handeslhemmnisse wie Zölle könnten fallen. Dieses Abkommen würde deutliche Wachstumseffekte und tausende neue Jobs auf beiden Seiten des Atlantiks mit sich bringen. In den deutschsprachigen Medien dominiert derzeit allerdings eine von emotionen und teilweise falschen Informationen geprägte Diskussion. Dazu kommt das Schüren von Angst durch verschiedenste Gruppierungen.

IV-Salzburg-Vizepräsident Dr. Peter Unterkofler warnte in seiner Begrüßung von Panikmache. "Kritik muss man hören und beachten - aber Angst sei fehl am Platz. In Wahrheit geht es darum, in den Bereichen, wo wir unsere Standards gesetzt haben, wie in der Lebensmittelsicherheit, diese hohen Standards aufrecht zu erhalten. Wir werden nicht mit Chlorhühnern und Hormonfleisch aus den USA überschwemmt werden. Ich glaube, hier wird einfach aus Prinzip, weil man gegen das TTIP ist, Angst bei den Menschen geschürt. Und Angst ist immer ein schlechter Begleiter", so Unterkofler. Er betonte, wie auch Dr. Gabriele Habermayer vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, dass durch das TTIP die Wirtschaftsleistung in beiden Regionen spürbar steigen und Jobs schaffen werde. Einig waren sich Gabriele Habermayer und die Podiumsgäste auch, dass umfangreiche Informationen zu den TTIP-Verhandlungen auf verschiedensten Websites im Internet verfügbar seien und die Kritik an der mangelnden Transparenz der Verhandlungen oft weit übertrieben sei.

Die US-Botschafterin in Österreich, Alexa Wesner, sprach sich in der Diskussion für das TTIP aus und wünscht sich ebenfalls eine sachlichere Diskussion zum Thema. Niemand müsse Angst haben, etwas zu verlieren: „Beide würden gewinnen, die EU und die USA. Ein Handelsabkommen braucht Kompromisse, aber die werden schon mitgedacht", so die Botschafterin. Insgesamt zeigte Alexa Wesner eine deutlich optimistischere Einstellung für eine positiven Ausgang der TTIP-Verhandlungen.

Mag. William N. Karguljac, Vorstandsmitglied in der IV-Salzburg und Industrieunternehmer bestätigte am Podium den großen Nutzen des Freihandelsabkommens für die Wirtschaftstreibenden im Land. Ganz besonders gemeinsame technische Standards würden enorme Erleichterungen bringen. Der medialen Diskussion um die Investitionsschutzbestimmungen, die im TTIP ebenfalls Einzug halten sollten, konnte Kraguljac nichts abgewinnen. "Österreich verfügt über 64 Investitionsschutzabkommen, EU-Mitgliedsstaaten haben bereits 1.400 solche Abkommen unterschrieben", so Kraguljac. Diese würden zudem Österreich mehr nutzen als den USA, stellte der Unternehmer fest.

Alle Fotos der Veranstaltung finden Sie hier: Onlinefotoalbum TTIP

 

 

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