AustroCel Hallein: Mit Ökostrom, Viskosefasern und bald auch Biotreibstoff auf Innovationskurs

Die ehemalige Halleiner Papierfabrik liegt heute mit 150.000 Tonnen nicht nur in der Zellstoffproduktion auf Rekordnivau. Sie gehört auch zu den größten Ökostromerzeugern im Bundesland Salzburg und in Österreich. Am 16. Mai tagte der Energie- und Umweltausschuss der IV-Salzburg unter der Leitung von IV-Salzburg Ehrenpräsident Rudolf Zrost beim Halleiner Pionier für Textil-Zellstoff und Bio-Energie.

Vorsitzender Rudolf Zrost und Bernhard Krill, Geschäftsführer und CFO AustroCel Hallein, führten durch den Nachmittag.

Bei einer Werksführung erlebten die Ausschussteilnehmer, wie klassische Reststoffe wie Rinde, Sägespäne, Faserrejekte, Bioschlamm und Waldholz im eigenen Blockheizkraftwerk in Strom und Fernwärme umgewandelt werden. Allein im laufenden Jahr sollen mit dieser Methode rund 110 GWh Fernwärme und 90 GWh Grünstrom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Im Jänner 2018 gab es für die innovative Biogas-Erzeugung den „Energy Globe World Award“, jenen Nachhaltigkeitspreis, der zukunftsträchtige Projekte mit internationalem Renommee auszeichnet.

Auch das Land Salzburg bestätigt die Relevanz innovativer Wege für unser Bundesland: Gerhard Löffler aus dem Referat Energiewirtschaft und -beratung referierte über erneuerbare Alternativen zur Nutzung bestehender Gasinfrastruktur. So etwa in Form biologischer Reststoffe und Klärgas mit einer hohen Flächen- und Energieeffizienz.

Dieter Drexel, Energieexperte der Industriellenvereinigung, hinterfrägt zwar eine Forderung nach 100 Prozent Ökostrom bis 2030 aus ökonomischer und energiepolitischer Sicht. Sehrwohl begrüßt er die Erarbeitung einer integrierten Klima- und Energiestrategie zum Umbau des Energiesystems: „Als Gesellschaft und Volkswirtschaft müssen wir einen innovationsbasierten Weg verfolgen, der letztendlich zu einem dekarbonisierten Energiesystem führt“, so Drexel.

AustroCel strebt derzeit die Destillation von Bioethanol aus Holzzucker an, womit es sich um den pflanzlichen Abfall aus der Zellstoffproduktion handelt. Dieser industrielle Alkohol gilt in Verbindung mit Benzin als hervorragender Treibstoff. Wird die 40 Mio. Euro schwere Investition zur Produktion von Biotreibstoff realisiert, könnte das Werk in Hallein ab 2020 künftig zur Bedarfsdeckung Österreichs beitragen.

Bildergalerie

Kontakt

Mag. Stephan R. Kuttner, BA

Infrastruktur, Arbeit & Soziales, Energie & Umwelt, Verwaltu, Industriellenvereinigung Salzburg

T +43 662 872 266 14
stephan.kuttner@iv.at


IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen
iv-positionen Bild