Social Hackathon: Gesellschaftlicher Nutzen durch digitale Technologien

Mehr als 100 Teilnehmer aus zehn Ländern kamen vom 05. bis 07. April 2018 zum EYA Social Hackathon nach Salzburg. Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der European Youth Award (EYA) in Kooperation mit der Fachhochschule Salzburg den international ausgerichteten Programmiermarathon. Wie schon im Vorjahr unterstützte die Industriellenvereinigung Salzburg die Veranstaltung.

Clemens Usner: Wir fördern junge Leute, die im gesellschaftlichen und unternehmerischen Sinne denken und handeln.

Wenn Digital Natives innerhalb von 48 Stunden gesellschaftlich relevante Ideen auf die Bühne bringen, handelt es sich um einen Programmier-Marathon der besonderen Art: Den EYA Social Hackathon. Erneut förderte die IV-Salzburg die Veranstaltung und entsandte Clemens Usner, Vorsitzender der Jungen Industrie Salzburg, als Jurymitglied eines insgesamt neunköpfigen Expertengremiums. Sowohl in seiner Rolle als JI-Salzburg Vorstand als auch vor dem Hintergrund seines persönlichen Engagements für digitale Projekte mit gesellschaftlichem Nutzen zeigte sich Usner begeistert vom Veranstaltungsformat: „Der Social Hackathon hat eindrucksvoll gezeigt, wie junge Talente ihr kreatives und unternehmerisches Potenzial ausschöpfen, wenn sie eine geeignete Plattform dafür haben. Der EYA Youth Award bietet genau diese und fördert die Erarbeitung herausragender Projekte mit sozialem und globalem Fokus. Ich bin beeindruckt von der Themenvielfalt, den innovativen Lösungsansätzen und dem gleichzeitig hohen unternehmerischen Bewusstsein der Teams", so Clemens Usner.

Soziale und kognitive Kompetenzen

Von Chancengleichheit über Gesundheitsförderung bis hin zur Ausgestaltung individueller Verantwortung reichten die Ideen und Inhalte der Projekte. Innerhalb von 48 Stunden tüftelten die Digital Natives und Social Experts an der Fachhochschule Salzburg unter anderem an mobilen Apps zur Gesundheitsvorsorge und an Ideen für Kommunikationsplattformen für Freiwilligendienste. Aus einem Spektrum an Lösungen wählte eine neunköpfige Jury zum Abschluss des Social Hackathons den Sieger aus. Im Saal der Salzburger Nachrichten präsentierten die Teams ihre Projekte.

Moralische Herausforderungen

Der erste Platz ging an das 7-köpfige Team des Virtual Reality-Spiels „MoralJourney“. Es fordert die Anwender zu moralischen Entscheidungen in sozialen Situationen heraus und hat laut Jury „das größte Potenzial, als App auf einem weltweiten Markt zu überzeugen“. Beim Gewinnerprojekt schlüpfen die Spielteilnehmer in Alltagssituationen, die soziales Handeln erfordern: Wie helfe ich bei einem Unfall? Wie komme ich zum noch fehlenden Betrag für eine geplante Klassenfahrt? Inspiriert vom wissenschaftlichen Stufenmodell der moralischen Entwicklung von Lawrence Kohlberg fordern die Spielentwickler sozial-kognitive Kompetenzen der Spielteilnehmer heraus. „Das Team von MoralJourney hat zu Recht gewonnen! Eine wissenschaftliche Theorie als Grundlage mit der hoch aktuellen VR-Technolgie zu kombinieren ist clever und gleichzeitig äußerst herausfordernd. Von dieser Herausforderung ließ sich das Team nicht abschrecken. Sowohl in der Industriellenvereinigung als auch der Jungen Industrie machen wir uns stark für die Förderung junger Leute, die sowohl im gesellschaftlichen als auch unternehmerischen Sinne denken und handeln."

International vernetzt

Unterstützt wurden die Teams von 25 Coaches aus Europa, Asien und Afrika. Dem Charakter der Veranstaltung entsprechend gab es neben dem Support vor Ort auch digitalen Input. Das Gewinnerteam freut sich über die Nominierung zu den VRCORE Awards in China, die Top-Entwickler und VR-Inhalte zusammenbringen und im Oktober dieses Jahres stattfinden. Die Zweitplatzierten werden bei der Entwicklung ihrer App im Rahmen des mYouth Continental App Camps in Salzburg unterstützt. Mit dem Social Hackathon schafft der EYA eine breite Basis mit umfassendem Coaching, ohne Investoren ins Spiel zu bringen. „Als EYA werden wir die jungen Leute weiterhin mit der Expertise eines großen internationalen Netzwerkes servicieren. Wohin die Reise inhaltlich und wirtschaftlich geht, steht den jungen Talenten offen“, so Projektleiterin Birgit Kolb.

European Youth Award - eine Idee mit Reichweite

Der European Youth Award geht auf eine Initiative von Prof. Dr. Peter A. Bruck, ehrenamtlicher Vorstand des Internationalen Centrums für Neue Medien, im Jahr 1998 zurück und wird in dieser Form seit 2012 veranstaltet. Dieser einzigartige europaweite Wettbewerb wird unter der Patronanz des Generalsekretärs des Europarates Thorbjørn Jagland und mit Teilfinanizierung des Europe for Citizen Programms der Europäischen Union durchgeführt. Er dient der Motivation junger Menschen, gesellschaftlich wertvolle digitale Projekte zu entwickeln. Teilnahmeberechtigt sind Social Entrepreneus, Startups und junge kreative Leute unter 33 Jahre, die in einem Mitgliedstaat des Europarates oder der Union for the Mediterranean leben (insgesamt 50 Länder). Die Gewinnerteams werden jährlich zum EYA Festival Ende November in Graz eingeladen, das sich zum europäischen Leuchtturmevent für Social Entrepreneurs mit jährlich über 350 Teilnehmern entwickelt hat.

Weiterführende Informationen, Bilder aus den Workshops und Links finden Sie auf der Website des EYA sowie auf der EYA-Facebook-Seite.

Kontakt

Mag. (FH) Gertraud Eibl, MAS

Presse & Kommunikation, Industriellenvereinigung Salzburg

T +43 662 872 266 79
gertraud.eibl@iv.at


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