PR Forum Industrie: Innovation und Palfinger 21st

Nicht mehr allein das Produkt, auch die Lösung ist gefragt: Welchen Weg Palfinger geht, um Mehrwert für den Kunden zu schaffen, war Thema des PR Forum Industrie der Industriellenvereinigung Salzburg.

Beim PR Forum Industrie präsentierte Palfinger erstmals ein neues Modell zur Bedienung einer virtuellen Baustelle. Auf der IAA in Hannover wird das VR-Tool offiziell vorgestellt.

Die vergangenen Monate ging es dynamisch zu beim international führenden Hersteller von Hebe-Lösungen: Erst der Wechsel des Finanzvorstands nach München, dann der Abgang des CEOs. Und zum Jahresende wegen Einmalfaktoren, die das Ergebnis belasteten, eine Gewinnwarnung inklusive Kurssturz. Zufrieden ist man bei Palfinger dennoch über die wirtschaftliche Entwicklung in 2017, konnte man doch mit 1.471 Mrd. EUR einen Rekordumsatz und mit 110,2 Mio EUR ein Rekord-Ebit vermelden.

Vierte „Zukunftssäule Palfinger 21st“  

Wie ein global führendes Salzburger Unternehmen das Thema Innovation lebt, war Inhalt des PR Forum Industrie der Industriellenvereinigung Salzburg. „Wir sehen Digitalisierung als Chance, nicht als Herausforderung“, sagt Konzernsprecher Hannes Roither. Industrie 4.0 sei mittlerweile ein alter Begriff, bei Palfinger denke man über nächste Schritte nach – und realisiere sie. Etwa durch die bereits umgesetzte Installierung einer vierten Säule in der Unternehmensstrategie. Sie trägt den Namen PALFINGER 21st. Was futuristisch klingt, widmet sich schlichtweg neuen Kernkompetenzen, neuen Geschäftsmodellen, Produkten und Services. Wobei dies so schlicht gar nicht ist. Denn Innovation gilt es nach innen und außen zu transportieren. Deshalb lebt Palfinger den Open Innovation Ansatz und ist mit PALFINGER 21st auch im Wiener weXelerate Tower, dem größten Startup Hub in Zentral- und Osteuropa. Ein wachsendes Palfinger-Team arbeitet dort mit Digitalisierungsexperten, Data Scientists, Trend Scouts und Designern. Da geht es um Vernetzung, intuitive Bedienbarkeit und Entwicklungsprozesse und um den Trend vom Produkt hin zur Lösung. Künstliche Intelligenz und virtuelle Realität, ChatBots und Connectivity sind Schlagworte der Zukunft. Dem Kunden soll nicht nur ein Produkt verkauft werden, sondern eine Lösung, ein individueller Vorteil.

Coole Technologie reicht nicht

„Wie verkaufe ich Lösungen und Services und nicht nur ein Produkt?“ Eine Frage, die sich aktuell Philipp Smole, EVP Corporate Incubator bei Palfinger, mit seinem Team stellt. Der 41-jährige Smole bringt Industrieerfahrung mit; Palfinger hat ihn von Philips Healthtech geholt, um die neu geschaffene und an der Unternehmensspitze angesiedelte vierte Säule PALFINGER 21st zu beleben. Seit vier Wochen hat er den „wahrscheinlich spannendsten Job, den man sich vorstellen kann“, so Smole. In dieser Rolle hat er den Auftrag, anzustiften, zu vernetzen und vorzudenken. „Wenn wir Mehrwert für unsere Kunden schaffen wollen, brauchen wir eine Veränderung der Innovationskultur. Sie muss nahe am Kunden und einem tiefen Verständnis seiner Bedürfnisse ansetzen“, sagt Smole. Und führt weiter aus: „Die coole Technologie reicht nicht aus, wir müssen das Dilemma des Kunden lösen, um erfolgreiche Wertschöpfungsmodelle zu identifizieren“. Das bedeute, für neue Lösungen eine gute Balance zwischen Markt, Kunde und Technologie zu finden. Nicht die Daten per se seien das neue Gold, sondern die Interpretation und Datenanalyse auf Basis von smarten Algorithmen, die neue Lösungen und Services ermöglichen. „Wir sehen viel Potenzial in Machine Learning“, sagt Smole. Nicht mehr nur der Mensch werde künftig steuern, Funktionalität würden zunehmend autonome Maschinen übernehmen. Die vierte Säule bei Palfinger braucht neben dem Commitment des Top-Managements einen stabilen Boden. Und dafür investiert das Unternehmen in Transformationsprozesse, in einen Wandel der Unternehmenskultur und in agiles Arbeiten. „Es ist ein langer, aber spannender Weg, der Mut macht, Neues zu wagen, Fehler zu machen und daraus zu lernen“, sagt Hannes Roither. Und fügt hinzu, dass gerade in einer männerdominierten Kultur, die noch dazu so perfekt und erfolgreich ist, das Mut zum Risiko und Fehlermachen erst in den Köpfen verankert werden müsse – gerade in einem Unternehmen, das rund 45 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Die aktuell 14 Mitarbeiter starke Palfinger-Crew um den Corporate Incubator Smole lebt es vor.  

Spekulativ in die Zukunft

Zum PR Forum war auch Thomas Kurz von der Agentur Loop gekommen. Bei Loop ist er zuständig für Technology & System Innovation. Für seine Kunden schafft er den Link zwischen Technologie und Kreativität – von der mobilen Lösung bis hin zur Produktentwicklung. Loop rührt auch mal die Werbetrommel, um die besten Leute für Digital Thinks Tanks zu gewinnen. Im vergangenen Jahr hat die Agentur ein dreiwöchiges Innovation Lab mit Porsche initiiert, Palfinger hat mit einem Hackathon einen ähnlichen Prozess gestartet. Dies sei eine gute Möglichkeit, die besten Talente zu scouten und sie in die Unternehmen zu holen. „Wir schauen spekulativ in die Zukunft und greifen Visionen auf. Wenn uns ein Kunde Gründe nennt, warum etwas nicht funktioniert, überzeugen wir ihn vom Gegenteil", so der Innovation Manager. Loop hat mit dieser Strategie Erfolg, wie sich zeigt. Allein im Salzburger Headquarter arbeiten auf 3.000 qm 100 Mitarbeiter, an weiteren fünf Standorten kommen 25 „Digital Experts“ hinzu.

Bildinformation: Vor Ort demonstrierte Palfinger ein Projekt um das Thema Virtual Reality. Das neue Modell PK 135.002 TEC7 kann zum einen mit der echten Fernbedienung auf einer virtuellen Baustelle bedient werden. Zum anderen setzt Palfinger diese virtuellen Welten ein, um neue Komfortfunktionen, Bedienkonzepte und andere Weiterentwicklungen früh zu testen und Feedback einzuholen.

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