From observers to doers: Alpbacher Technologiegespräche 2017

Kein Wandel ohne Umbruch, keine Innovation ohne Grenzüberschreitung: die Alpbacher Technologiegespräche 2017 folgten dem Rahmenthema Konflikt & Kooperation. Vom 24. bis 26. August diskutierten Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien über neue Wege und Werkzeuge. Mit dabei: IV-Salzburg-Vizepräsidentin Marianne Kusejko und IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte.

IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte und Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei den Alpbacher Technologiegesprächen 2017

International und -disziplinär

Salzburg war mit einer Leistungsschau im neuen Format vertreten: Der Salzburger Wissenschafts- und Innovationstreff Digitales Salzburg präsentierte einen Streifzug vom Innovations- und Forschungsmasterplan über Data Science in Ausbildung und Forschung bis hin zur Digitalisierung in Industriebetrieben. IV-Salzburg-Vizepräsidentin und Sigmatek-Geschäftsführerin Marianne Kusejko gab Einblicke in die unternehmerische Praxis. Mehrfach positiv erwähnte Landeshauptmann Wilfried Haslauer die Bildungsinitiativen der IV-Salzburg: 28 Spürnasenecken in Salzburger Kindergärten hat die IV in Kindergärten initiiert; der Erfolg führt zum Ausbau des Angebots. Auch das Data Science-Studium und IKT-Ausbildungsmöglichkeiten werden von der IV-Salzburg unterstützt.

Schlüssel in digitale Welten

In 13 Breakout Sessions, Keynote Speeches und Panel Diskussionen kamen Wissenschaftler, Anwender und Förderer zusammen. LH Haslauer eröffnete auch die Salzburger Session Digitale Zukunft: Design als Schlüssel zukünftiger digitaler Welten. Ein international besetztes Panel diskutierte gestalterische, wissenschaftliche und künstlerische Problemlösungen für Technologien, in denen physische und digitale Grenzen verschmelzen. Auf dem Podium waren Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft; Input aus dem Norden kam von der schwedischen Husquarna-Gruppe sowie der School of Communication and Culture der Aarhus Universität Dänemark. Salzburger Highlights lieferte u.a. das Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg. Einmal mehr zeigte sich, dass gerade der Standort Salzburg eine starke Positionierung als Digital Player und Industrieland braucht.

Impulsgebend steuern

Thematisch spannte sich der Bogen von der Robotik und Elektromobilität über die Quantenphysik bis hin zur Optogenetik. Letztere etwa bringt Licht ins Dunkel des Gehirns: das Zusammenspiel aus optischen Technologien und Genetik macht es möglich, komplexe Nervennetze zu erforschen, die Aktivität von Nervenzellen zu kontrollieren und Zellen mit Licht zu steuern. Das Management komplexer Systeme ist im Forschungsprozess zum wesentlichen Parameter geworden. Während Forschung lange Zeit auf Beobachtung – observation – ausgerichtet war, folgt auch die Grundlagenforschung verstärkt dem doing.

Spannungsfelder und Umbrüche

Über Chinas „Made in China 2025-Strategie“ sprachen Hannes Androsch, Aufsichtsratsvorsitzender des Austrian Institute of Technology, Markus Rodlauer, stellvertretender Direktor des Asia and Pacific Department des International Monetary Fund und Jörg Wuttke, Präsident der European Union Chamber of Commerce in China. Die anregende Diskussion war gespickt mit der humanistischen und systemischen Denke Androschs, der Fakten und Entwicklungen auf den Punkt brachte. China durchläuft eine Transformation. Erkenntnisse aus Europa werden im Land des Drachen schon längst kommerzialisiert, etwa im Bereich der Quantenwissenschaften. Die Diskussion war nicht zuletzt als Appell zu verstehen, sich der Schieflage bewusst zu sein und das Ungleichgewicht anzugehen.

Marathon der Denker und Tüftler

Praktisch ging es beim 3. TU Austria Innovations-Marathon zu: 40 Alpbach-Stipendiaten arbeiteten 24 Stunden nonstop an realen Fragestellungen. Acht Unternehmen übergaben Problemstellungen aus der Praxis an die Studierenden. Diese hatten einen Tag und eine Nacht lang Zeit, Logik in die Themenstellungen zu bringen, Ideen zu entwickeln und Lösungen anhand von Prototypen umzusetzen. Die Präsentationen reichten von der schauspielerischen Darstellung in selbst kreierten Kostümen bis hin zur Gestaltung von Bühnenbildern und futuristischen Ideen wie einem „Kühlschrank der Zukunft“.

Unvorstellbares darstellbar machen

Als krönenden Abschluss der Alpbacher Technologiegespräche gab es einen spannenden Vortrag von Karsten Danzmann, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Er referierte über die Kollision zweier schwarzer Löcher im Universum und die Möglichkeit, diese akustisch wahrnehmbar zu machen. „Die Alpbacher Technologiegespräche sind inspirierend und bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung. Es ist ein ganz besonderer Treffpunkt in einem Bergdorf, in dem Menschen mit weltbewegenden Themen und Interessen aufeinandertreffen. Dass auch die Jugend aus aller Welt das Programm und den Output mitgestaltet, begrüße ich ganz besonders“, sagt IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte.

Das Europäische Forum Alpbach 2017 findet in diesem Jahr zwischen 16. August und 01. September statt. Die Industriellenvereinigung Salzburg war bei den Alpbacher Technologiegesprächen 2017 vom 24. bis 26. August vertreten.

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