Land Salzburg und IV-Salzburg präsentieren gemeinsames industriepolitisches Abkommen

Das industriepolitische Abkommen "Zukunftsweisende Wege für Salzburg“ hat die nachhaltige Weiterentwicklung des Industriestandortes Salzburg zum Ziel.
LR Hans Mayr, LH-Stv. Dr. Astrid Rössler, LH Dr. Wilfried Haslauer, IV-Salzburg-Präsident KommR Mag. Rudolf Zrost, IV-Salzburg-Geschäftsführerin Mag. Irene Schulte.

Als Abschluss intensiver Verhandlungen, die von Dialog und konstruktiver Zusammenarbeit geprägt waren stellte die Salzburger Landesregierung heute gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Salzburg (IV) das industriepolitische Abkommen „Zukunftsweisende Wege für Salzburg“ der Öffentlichkeit vor. Das klare Ziel dieser Partnerschaft ist die nachhaltige Weiterentwicklung des Industriestandortes Salzburg.

Nach sehr konstruktiven Verhandlungen können wir heute das bereits dritte Abkommen zwischen Land Salzburg und der Industriellenvereinigung Salzburg präsentieren. Sowohl das Land, als auch die Industriellenvereinigung haben sich dazu bekannt, alle Kräfte zu bündeln, um den Industriestandort Salzburg nachhaltig zu fördern. Als Wirtschafts- und Arbeitsmarktreferent ist mir eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der Vertretung der Salzburger Industrie sehr wichtig“, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer und bedankte sich bei den Spitzenvertretern der Industriellenvereinigung sowie den Regierungskolleginnen und Regierungskollegen: „Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben und hoffe, dass wir in den nächsten Jahren die gemeinsam gesetzten Ziele erreichen können.“  Das Industriepolitische Übereinkommen sieht Haslauer auch als Beweis einer generell engen Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und der Wirtschaft - insbesondere auch der Wirtschaftskammer Salzburg, mit der ein ausgezeichnetes Arbeitsklima zum Wirtschaftsressort bestehe, so der Wirtschaftsreferent. "Denn wir brauchen beides: Eine gesunde Industrie und Klein- und Mittelbetriebe im Land: Beide Bereiche spielen in Salzburg die zentrale Rolle bei der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen – gerade in konjunkturell nicht einfachen Zeiten“, betonte Haslauer.

KommR Mag. Rudolf Zrost, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg, freute sich bei der Präsentation des Abkommens über das Bekenntnis des Landes, stolz auf den attraktiven Industriestandort zu sein. „Ganz besonders in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist dieses Abkommen ein positives Signal der Wertschätzung an die Industrieunternehmen. Zudem konnten Land und IV gemeinsam zahlreiche Maßnahmen von der Infrastruktur über die Innovation und Bildung bis hin zur Stärkung von Wissenschaft und Forschung erarbeiten, welche zur Zukunftssicherung der heimischen Industrie beitragen“, betonte Zrost. „So können Land und IV an einem Strang ziehen, wenn es darum geht, ökologische, ökonomische und soziale Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Wirtschaftskraft und Attraktivität des Industrielandes Salzburg stärken“, sagte Zrost.

„Es gibt viele gemeinsame Anliegen, die in dieses Abkommen eingeflossen sind, etwa eine vorausschauende Bodenpolitik, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Stärkung der Regionen. Die Industriellenvereinigung ist aber auch ein ganz wichtiger Partner des Landes bei der Umsetzung der Klimaschutz- und Energieeffizienzziele“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler anlässlich der Unterzeichnung.

Für Landesrat Hans Mayr stehen vor allem Infrastrukturprojekte im Fokus: „Eine gute Verkehrsinfrastruktur stellt eine wichtige Basis für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region dar. Als Landesverkehrsreferent werde ich wichtige Projekte wie den Gitzentunnel inklusive einer neuen  Salzachbrücke nach Bayern, die Euregio Bahn und Anschlussbahnen konsequent vorantreiben,“ sagte der Landesrat.

Für IV-Salzburg Geschäftsführerin Mag. Irene Schulte ist das Abkommen ein wichtiges Instrument, um den Standort im Wettbewerb der Regionen wieder nach vorne zu bringen, „Seit 2005, als das erste industriepolitische Abkommen geschlossen wurde, ist Salzburg im regionalwirtschaftlichen Ranking der IV von Platz 23 auf Platz 40 abgerutscht. Das ist vor allem auf standortrelevante Entscheidungen der Bundespolitik zurückzuführen. Das Abkommen soll dazu beitragen, dass Salzburg bei Fortschrittsthemen wieder die Nase vorne hat.“, so Schulte.

Stärkung des Industriestandortes
Im Mittelpunkt des industriepolitischen Abkommens steht die Stärkung des Industriestandortes in Form von Arbeitsplätzen, Ressourceneffizienz und Wirtschaftswachstum. Konkret sollen die Wettbewerbsfähigkeit Salzburgs verbessert, die bestehenden Unternehmen gestärkt und neue Unternehmen angesiedelt werden. Zudem soll im Rahmen einer Exzellenzstrategie ein gemeinsames Profil von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft entwickelt werden.

Konkrete Handlungsfelder
Sowohl das Land Salzburg als auch die Industriellenvereinigung werden ihre Kräfte bündeln, um den Industrie- und Wirtschaftsstandort Salzburg nachhaltig zu fördern. Besonderes Augenmerk kommt hierbei den Handlungsfeldern Standort und Wirtschaftsdynamik, Bildung und Gesellschaft, Forschung und Innovation, Infrastruktur, Energie und Umwelt sowie Verwaltung als Partner und Governance aufgrund ihrer besonderen Relevanz für die Standortqualität Salzburgs zu. Die in diesem Abkommen genannten Ziele sollen durch konkrete Maßnahmen in den obigen Handlungsfeldern umgesetzt werden. Diese Maßnahmen stehen als exemplarische Pfeiler für die gute Zusammenarbeit zwischen Land und Industrie, denn zum Wohle der Menschen am Wirtschafts-, Industrie- und Arbeitsplatzstandort Salzburg müssen alle wichtigen Kräfte gebündelt werden.

Standort und Wirtschaftsdynamik
Der internationale Standortwettbewerb hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, soll Salzburg zu einem dynamischen und zukunftsorientierten Wirtschaftsstandort entwickelt werden, der im Wettbewerb der Regionen zu den Gewinnern zählt. Die Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, erstrecken sich von bedarfsgerechter und nachhaltiger Wirtschaftsförderung über die Vereinfachung und Beschleunigung von Verwaltungsverfahren, einen Aktionsplan zur Unterstützung von Leitbetrieben und jungen wissensintensiven Industrieunternehmen bis hin zu vorausschauender Raumplanungs- und Rohstoffpolitik. Besonders bei letzterer stehen konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Rohstoffeffizienz und der vorausschauenden Sicherung des knappen Gutes Grund und Boden für Infrastruktur und Unternehmen im Vordergrund. Salzburg soll auch als Standort für internationale Fach- und Führungskräfte attraktiver werden, indem unter anderem internationale Schulen sowie die Kinderbetreuung ausgebaut werden.

Bildung: Leuchtturmregion Salzburg
In rohstoffarmen Regionen wie Salzburg sind Bildung, Innovation und Forschung wesentlich für Gesellschaft und Wirtschaft. Land Salzburg und IV arbeiten deshalb gemeinsam daran, Salzburg zur Leuchtturmregion der Bildung zu machen. Auf regionaler Ebene sollen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Information und Kommunikationstechnologien mit Hilfe von Bildungsschwerpunkten stärker vermittelt werden, um das Fachkräftepotenzial zu heben. Weitere Kernthemen im Bereich Bildung sind Begabungsförderung, die Förderung von Wirtschaftsverständnis sowie der Ausbau der Schulautonomie und die Professionalisierung der Frühkindpädagogik. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Stärkung der Hochschulen sowie die Erhöhung der Forschungsquote und mehr sind ebenso im Abkommen verankert.

Blutkreislauf Infrastruktur
Die Infrastruktur ist sowohl beim Verkehr als auch bei der Energieversorgung der Blutkreislauf der Wirtschaft. Gleichzeitig ist es der Industrie bewusst, dass die Verantwortung für Umwelt und Klima groß ist. Bereits jetzt gehört die heimische Industrie deshalb zu den rohstoff- und energieeffizientesten der Welt und möchte die Effizienz weiter steigern. IV und Land Salzburg bekennen sich im Abkommen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Land Salzburg, wozu der Flughafen Salzburg ebenso gehört wie der öffentliche Personennahverkehr, die Weiterverfolgung neuer  Salzachbrücken zur besseren Vernetzung der EuRegio und die Unterstützung des Schienengüterverkehrs. Der Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur soll zudem vorangetrieben werden, um auch weiterhin sicheren und leistungsfähigen Datenverkehr für Salzburg zu garantieren. Im Bereich Energie und Umwelt sehen die IV und das Land die konsequente Steigerung der Energieeffizienz sowie die Verringerung des Energieverbrauchs als wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klima- und Energieziele sowie zum Erhalt von Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung und haben auch dazu gemeinsam Maßnahmen festgelegt.

Zukunftsorientierte Verwaltung
Das gegenseitige Verständnis zwischen Verwaltung und Industrie und die dementsprechende Wertschätzung betrachten die Partner des industriepolitischen Abkommens als Grundlage ihrer Zusammenarbeit. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sollten derart gestaltet werden, dass die Verfahren möglichst effizient durchgeführt werden können. Zudem sollen der Austausch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwischen Unternehmen und Behörden, Mediationslehrgänge und Verfahrenscoaches die effektive Zusammenarbeit fördern.

IV-IconInformationen zum Beitrag


IV-IconVerwandte Themen


Wirtschaftspolitik

Standort Salzburg fällt im Regionenvergleich zurück

Obwohl es zuletzt einen leichten Aufwärtstrend gegeben hat, fällt der Wirtschaftsstandort Salzburg langfristig gesehen i...

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie
Blackout – Sind wir vorbereitet?

Blackout – Sind wir vorbereitet?

Netzbetreiber, Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz-Verantwortliche und Unternehmer diskutierten ob und wie Salzburg f...

IV-Mitgliedernews
Wertschöpfungsstärke der Industrie sichern

Wertschöpfungsstärke der Industrie sichern

Vollversammlung und Industrieempfang der IV-Salzburg im Schloss Leopoldskron.

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie

Leistungsfähige, sichere und kostengünstige Energieversorung sichern.

Salzburger Sozialpartner und Industriellenvereinigung nehmen Stellung zur Frage der 380-kV-Leitung in Salzburg: AK, WKS,...

Forschung, Technologie und Innovation

Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken

"Die heimischen Industrieunternehmen gehören zu den Besten. Salzburg und Österreich müssen sich bei den Rahmenbedingunge...

Forschung, Technologie und Innovation

An Salzburgs Leitbetrieben hängen 50.000 Arbeitsplätze

24 international tätige Produktionsbetriebe generieren jährlich eine Wertschöpfung von 6,88 Milliarden Euro und lösen In...

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen
iv-positionen Bild