Industrie zeichnet Techniker aus

Erfolgsmodell Industrietechniker ist zehn Jahre alt - IV-Präsident Peter Unterkofler: „Bleiben Sie bei Ihren Leistungen weiter elitär!“
 

IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler, IV-Salzburg-Vizepräsident Peter Malata und LH-Stv. Christian Stöckl zeichnen die zwei frischgebackenen Industrietechniker Tobias Reichl (2. v. l.) und Alexander Wagner (3. v. l.) aus. Die beiden Zerspanungstechniker arbeiten im Dentalwerk W&H Bürmoos.

Vor rund 200 Mitgliedern und Gästen der Industriellenvereinigung Salzburg zeichneten am Mittwochabend IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler, Vizepräsident Peter Malata und LH-Stv. Christian Stöckl zwei junge Industrietechniker im Salzburg Congress aus. Beide Zerspanungstechniker, Tobias Reichl aus St. Pantaleon und Alexander Wagner aus Ostermiething, arbeiten beim W&H Dentalwerk in Bürmoos. Wagner hat die Leistungsfähigkeit der Industrietechniker unter anderem mit einem Staatsmeistertitel im CNC-Drehen und einem 8. Platz bei den Berufsweltmeisterschaften unter Beweis gestellt.

Nach der Auszeichnung der Industrietechniker im Rahmen der IV-Mitgliederversammlung erhielten eine Studentin und vier Studenten der Ingenieurwissenschaften aus Salzburg jeweils ein 2000-Euro-Stipendium von Industriellenvereinigung und dem Salzburger Verband Selbständig Wirtschaftstreibender.

IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler betonte, die beiden Techniker und die fünf Studierenden gehörten dank ihrer Leistungen zur Bildungselite. Dabei sei das Wort Elite in Österreich verpönt. „Wir sitzen in der Durchschnittsfalle. Der PISA-Test hat erneut ergeben, dass die heimischen Schülerinnen und Schüler nur mittelmäßige Leistungen erbringen, obwohl wir überdurchschnittlich viel Geld in unser Bildungssystem stecken“, kritisierte Unterkofler in seiner Begrüßung. Individuelle Förderung bleibe fast immer auf Risikoschüler beschränkt – Spitzenschüler könnten ihr Potenzial gar nicht voll entwickeln. Für die Industriellenvereinigung sei es ein Gebot der Stunde, sich für Bildung zu engagieren, weil man Wertschöpfung und Wohlstand im Land erhalten wolle. „Der Rohstoff der Zukunft heißt Wissen und Bildung“, sagte Unterkofler.

Die Erziehungswissenschafterin Julia Behrens von der Bertelsmann-Stiftung sagte in ihrer Key-Note, dass die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändere wie kein Trend zuvor. Lehrmaterialien seien frei verfügbar, Lehrvideos auf Youtube würden in anwendergerechter Reihenfolge angeboten. "Dazu braucht es allerdings Medienkompetenz", folgerte Behrens. Man brauche nicht darüber diskutieren, ob die Digitalisierung komme oder nicht. "Sie ist da. Digitaliserung ist das, was wir daraus machen".

Sowohl die Ausbildung zum Industrietechniker als auch das Studium der Ingenieurwissenschaften wurden auf Initiative der Industriellenvereinigung hin geschaffen. Industrietechniker müssen eine technische Lehre mit gutem Erfolg abschließen, die Berufsreifeprüfung absolviert und die Werkmeisterprüfung abgelegt haben. Das Modell wurde 2007 im Rahmen des Standortabkommens mit dem Land Salzburg beschlossen und unterstreicht die Bedeutung, die die heimische Industrie der Lehrausbildung beimisst.

Das Studium Ingenieurwissenschaften wurde 2006 aus der Taufe gehoben. Es bietet eine breite ingenieurwissenschaftliche Basisausbildung an der Universität Salzburg und an der Technischen Universität München und schließt mit einem Doppeldiplom ab. Stipendien erhielten am Mittwoch Laura Schmack (Regensburg), Moritz Schwarz (Oberalm), Matthias Breitfuß (Maria Alm), Benjamin Mayr (Geretsberg) sowie Stefan Hayböck (Linz).

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