Be part of IT: IV-Salzburg fördert ditact Frauen IT Sommeruni

Bereits zum sechsten Mal unterstützt die IV-Salzburg die ditact women´s IT summerstudies. 145 Teilnehmerinnen erkunden zwei Wochen lang Grundlagen und Trends der Informationstechnologie. Für die eine oder andere ist es der Anfang einer Zukunftsreise.

Bildung & Gesellschaft
Als Role Models motivieren fünf internationale Studentinnen IT-begeisterte Frauen

Sie sind Start-up-Persönlichkeiten, bezeichnen sich als Cool Nerds und verwandeln kreative Ideen in IT-Lösungen: fünf junge Frauen aus Nicaragua, China, Usbekistan, den Philippinen und Ägypten folgen dem Traum von der IT-Karriere. Für ein länderübergreifendes Digital Communication Leadership-Studium sind die jungen Talente nach Europa gekommen, so auch an die Uni Salzburg. Als Botschafterinnen geben sie vom 21. August bis zum 02. September 2017 im Unipark Salzburg ihr Wissen weiter. Unter anderem in einem Hackathon-Weekend für Einsteigerinnen.

Schlüssel zur Zukunft

Die Industriellenvereinigung Salzburg unterstützt die ditact Frauen IT Sommeruni seit 2012. „Für junge Frauen bietet der IT-Bereich zukunftsträchtige Karrierechancen. Frauen bringen neue Perspektiven in das stark männlich dominierte Berufsfeld der Informationstechnologie. Durch unsere Bildungsprogramme und die Unterstützung der ditact ermutigen wir junge Frauen zu einer Karriere in der IT“, sagt Irene Schulte, IV-Salzburg-Geschäftsführerin. Mehr Frauen in Technik und IT fordert und fördert auch IV-Salzburg-Vizepräsidentin und Sigmatek-Geschäftsführerin Marianne Kusejko. Gemeinsam mit Vertreterinnen aus Bildung und Politik eröffnete Kusejko die ditact women´s IT studies 2017 am vergangenen Montag an der Universität Salzburg.

Win-win für alle

Als Geschäftsführerin des Automatisierungstechnik-Unternehmens Sigmatek beobachtet die IV-Salzburg-Vizepräsidentin, dass zwar immer mehr Frauen technische Berufe wählen, „aber es bestehen noch weitaus mehr Möglichkeiten“. Eine Rolle für das Defizit würden u.a. gesellschaftlich und medial verankerte Bilder spielen: hippe, erfolgreiche Start-ups seien immer noch männlich geprägt. Kusejko´s Erfahrung zeigt außerdem, dass sich Frauen vermehrt für technische Berufe interessieren, wenn Ausbildung und Job mit einem weiteren Themengebiet kombiniert werden, etwa mit Umwelt- oder Medizintechnik. Und warum sollte man Frauen nicht dort abholen, wo die Interessen liegen? Dass Frauen in technischen Berufen ein Gewinn für das Unternehmen sind und vice versa, weiß die Unternehmerin aus der täglichen Praxis: „Beruf und Familie lassen sich sehr gut in Einklang bringen, die IT bietet Home-Office-Möglichkeiten und kann außerdem die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen verringern“.

IT-Girl mit Hang zur Komplexität

Über Rollenbilder und Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern in technischen Berufen hat sich die Workshop-Leiterin und Studentin Ana aus Nicaragua nie Gedanken gemacht. Zur IT ist sie gekommen wie das explorative Kind zum Spielzeug: „Als ich klein war, wusste ich noch nicht, was das Internet ist. Mein erster Computer hatte eine 5 GB-Festplatte, und ich wollte Software machen. Anfangs hatte ich keine Ahnung, aber der Hang zur Komplikation war mir immer eigen. Dass ich damit in eine Männerdomäne vordrang, war mir nicht bewusst“, sagt Ana lachend. Obwohl sie aus einem Entwicklungsland stammt, sind ihr Grenzen der persönlichen Entwicklung fremd. Denn Anas Eltern haben sie stets motiviert, das zu machen, wonach ihr der Kopf steht. Und sei es eine Karriere, die sie als Stipendiatin nach Europa führen würde. Was die smarte 26-Jährige richtig gut findet: „I can both be girlie and an IT-Girl“. Ana besteht darauf, aufgrund ihres Könnens gefördert zu werden. Nicht weil sie eine Frau ist, nicht weil sie aus einem Entwicklungsland stammt.

Stimme dank neuer Technologien

Dass ihr neue Technologien eine Stimme geben, treibt Shahnoza aus Usbekistan an, digitale Innovationen zu gestalten. Als Informatikerin hat sie sich der Entwicklung von e-Learning-Tools verschrieben. Damit will sie Frauen einen Zugang zu Bildung ermöglichen und ihnen das Lernen erleichtern. Aus dem chinesischen Chengdu, der Stadt der Pandas, hat sich Ricky nach Salzburg aufgemacht. Sie hat sich zur Expertin in elektronischer Musik und digitaler Kunst etabliert. Ricky kommt aus einem Umfeld, das für Frauen zwar einen Job, aber keine Karriere vorsieht. Dass beides möglich ist, beweist die IT-Spezialistin in ihrer Botschafterrolle.

Programme fördern, Talente erkennen

„Die ditact wäre nicht komplett ohne unsere Vertreterinnen der Partnerorganisationen“, lobt die Projektverantwortliche Ursula Maier-Rabler das Engagement der Förderer – darunter die Unterstützung durch die Industriellenvereinigung Salzburg. ditact-Projektleiterin Alexandra Kreuzeder hat auch in diesem Jahr mit ihrem Team ein Programm auf die Beine gestellt, das sich als Quelle der Inspiration versteht und ergänzend zum Fachwissen auf Persönlichkeitsförderung abzielt. Sylvia Hahn, Vizerektorin der Universität Salzburg, zeigt sich als Zuständige für Internationale Beziehungen erfreut über den internationalen Aspekt der Sommeruni. Landesrätin Martina Berthold appelliert an den Multiplikatoreneffekt, der von den Teilnehmerinnen ausgeht. Und die Leiterin der Pädagogischen Hochschule, Elfriede Windischbauer, ortet in der didaktischen Vermittlung durch Frauen Chancen für eine Trendwende in der IT-Ausbildung.

Vom Neuland zur Leidenschaft

Dass ein Studium in MINT-Fächern Problemlösungskompetenz erfordert, ist kein Geheimnis, aber eine reizvolle Herausforderung. So auch für die fünf Damen, die im digitalen Universum ein Entrepreneurship der anderen Art vorleben. „Anfangs habe ich nicht alles gemocht im Studium. Bis ich lernte, es zu lieben“, sagt Michelle aus den Philippinen rückblickend. Ein Leitgedanke für die Zukunftsreise in die Welt der Informationstechnologie – und für zwei Wochen ditact Frauen IT Sommeruni.

Weiterführende Informationen, das Kursprogramm und Restplätze gibt es auf der ditact-Website. Die ditact-Facebook-Seite informiert täglich über das Geschehen an der Sommeruni. Auf der Facebook-Seite findet sich auch ein Video der ditact-Eröffnungsveranstaltung und der Podiumsdiskussionen.

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Kontakt

Mag. (FH) Gertraud Eibl, MAS

Presse & Kommunikation, Industriellenvereinigung Salzburg

T  +43 662 872 266 79
E   gertraud.eibl@iv.at

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