Pilotprojekt Betriebstageseltern gestartet

Maßnahme zur Kinderbetreuung aus dem industriepolitischen Abkommen wird umgesetzt.

Anfang 2015 startete das Tageselternzentrum Salzburg (TEZ) das Pilotprojekt "Betriebstageseltern". Die Firma Siconnex in Hof bei Salzburg bietet somit als erstes Salzburger Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an, ihre Kinder in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz von einer Betriebstagesmutter betreuen zu lassen.

Die Industriellenvereinigung Salzburg engagiert sich seit Jahren für die gesetzliche Verankerung der Kinderbetreuungsform Betriebstageseltern. Die Umsetzung dieses Betreuungsangebotes wurde kürzlich geschlossenen industriepolitischen Abkommen zwischen dem Land Salzburg und der IV als gemeinsames Ziel festgelegt. 

Landesrätin Mag. Martina Berthold, die das Pilotprojekt initiiert hat, möchte dieses Modell auch im neuen Kinderbetreuungsgesetz verankern. "Eltern wollen ihre Kinder gut betreut wissen. Gleichzeitig brauchen sie flexible Lösungen. Betriebstageseltern stellen eine absolut sinnvolle Erweiterung des Kinderbetreuungs- und -bildungsangebots dar", so die Familienreferentin gestern, Dienstag, 24. März, beim Besuch von Siconnex und bedankte sich bei der Firma und beim Tageselternzentrum für die Ermöglichung des Pilotprojektes.

Flexibilität und gute Betreuung
Der Bedarf an zusätzlichen Betreuungseinrichtungen ist groß. Mit dieser neuen Betreuungs-form können die Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung und im Wiedereinstieg unterstützen. "Insgesamt schafft die Möglichkeit der Kinderbetreuung durch Tageseltern im Betrieb sowohl Vorteile für die Unternehmen als auch für die berufstätigen Eltern. Die Eltern wissen, dass ihre Kinder gut betreut sind und ein bedarfsgerechtes Angebot vorhanden ist und die Unternehmen können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einer Karenz wieder schneller in den Arbeitsprozess integrieren", so Mag. Irene Schulte, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung-Salzburg. Mit Einführung der neuen Betreuungsperspektive Betriebstageseltern werde auf die geforderte Flexibilität in der heutigen Arbeitswelt eingegangen und eine neue Möglichkeit für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen, so Schulte.
Die Tagesmutter ist beim Zentrum für Tageseltern angestellt. Dieses stellt auch Weiterbildung, Supervision und fachliche Begleitung sicher. Die Wohnsitzgemeinde des Kindes zahlt im Pilotprojekt keinen Kostenbeitrag. Die Finanzierung erfolgt durch die Subvention des Landes Salzburg, Elternbeiträge und durch einen Beitrag der Firma Siconnex.
"Ich bin mir sicher, dass diese Form in der Kinderbetreuung in Unternehmen Anklang finden wird. Ich gehe davon aus, dass weitere Firmen Interesse an der Möglichkeit zur Kinderbetreuung in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes eines Elternteiles zeigen", sagte Monika Oberascher, Geschäftsführerin des Tageselternzentrums Salzburg.
Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tragen wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens bei, da sie Beruf und Familie gut vereinbaren können. Dazu gehört auch der frühere und leichtere Wiedereinstieg aus der Karenz. Das Modell sorgt für eine stärkere Bindung des Arbeitnehmers an Unternehmen und somit für weniger Fluktuation im Betrieb.

 

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