Industrie- und Zukunftsforum: Energiestandort Europa im geopolitischen Spannungsfeld

Rund 300 Unternehmer und Manager waren am 7. November 2018 zum Industrie- und Zukunftsforum in den Hangar-7 gekommen. Nach bewährter Tradition haben die Industriellenvereinigung Salzburg, die Oberbank und die Salzburger Nachrichten zur hochkarätigen Veranstaltung geladen. Mit OMV-CEO und Keynote-Speaker Rainer Seele stand der Abend im Zeichen der Energiepolitik.

IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler, SN-Geschäftsführer Maximilian Dasch, OMV-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele und Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger

Auch in diesem Jahr eröffnete Landeshauptmann Wilfried Haslauer das Industrie- und Zukunftsforum. „Der Energiestandort Europa im Spannungsfeld der Geopolitik“, so das Motto des diesjährigen Forums. In seiner Begrüßung spannte der Landeshauptmann den Bogen vom steigenden Energiebedarf über Gefahren geopolitischer Abhängigkeiten bis hin zu Strategien für die Versorgungssicherheit in Zeiten volatiler Märkte: „Energie entscheidet über die Standortqualität einer Region, über Attraktivität und Lebensqualität“, sagte Haslauer. Umso mehr gehe es in Zeiten des Energiewandels um intelligente Leitungsnetze und um einen sparsamen Umgang. „Denn Energie ist Infrastruktur: man muss sie planen und schützen“, so der Landeshauptmann.

Geopolitisches Spannungsfeld
Warum eine europäische Klima- und Energiestrategie einen Gleichklang von Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz braucht, erläuterte OMV-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele in seiner Keynote. In Zeiten des grundlegenden Wandels unseres Energiesystems befindet sich Europa zunehmend im internationalen Spannungsfeld und Wettbewerb. Dementsprechend brauche es eine Energie- und Klimapolitik, die eine nachhaltige Standort- und Investitionspolitik berücksichtigen muss. „Wir stehen stärker denn je im wirtschaftlichen, aber auch im politischen Wettbewerb und erleben eine Koppelung von Außen- und Wirtschaftspolitik“, so Seele. Dies zeichne sich etwa durch die Sanktionen der USA ab. In Österreich ist bereits das Bewusstsein für eine Gesamtstrategie verankert: Die aktuelle Bundesregierung habe erkannt, dass gute Standortbedingungen vom tragfähigen Steuermodell über die Flexibilisierung der Arbeitszeit bis hin zur Energiestrategie im globalen Kontext reichen. Für das rohstoffarme Europa sei eine Strategie zur Absicherung der gesamten Versorgungskette umso wichtiger: „Wir müssen die Speicherkapazitäten über Investitionen absichern und den Blick in Richtung Russland und Mittlerer Osten richten. Dort liegen die Gasreserven für uns in Pipeline-Reichweite“, brachte es der OMV-Manager auf den Punkt. Zwar gehöre die Zukunft den erneuerbaren Energien, doch noch seien es Öl und Erdgas, die rund die Hälfte des Primärenergiebedarfs decken.

Reformen umsetzen
Über Versorgungssicherheit, Geopolitik und den Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung diskutierten IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler und Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger mit SN-Chefredakteur Manfred Perterer. „Die Industrie steht aktuell vor der Herausforderung, die derzeitige Auftrags- und Konjunkturlage zu halten. Das Expansionstempo hat sich verlangsamt, die ungewisse Ausgestaltung des Brexit und aktuelle Tendenzen in der internationalen Handelspolitik werfen ihre Schatten auf die Konjunkturprognose. Umso wichtiger ist es, die angekündigten Reformen jetzt umzusetzen“, so Peter Unterkofler. Gerade im Hinblick auf die KV-Verhandlungen bestehe kein Spielraum für weitere Belastungen, die der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes schaden. Vielmehr zeige die Umsetzung der Arbeitszeitreform, dass sich praxisrelevante Regelungen bereits in den ersten beiden Monaten bewährt haben. „Ich erwarte keinen Einbruch der Konjunktur, aber ich glaube, dass die zuletzt veröffentlichten Konjunkturprognosen zu optimistisch sind“, sagte Oberbank-Direktor Gasselsberger. „Meine große Leidenschaft gehört Europa. Umso mehr ist mir daran gelegen, in unsere Infrastruktur zu investieren“, resümierte OMV-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele. Der Systemwechsel in der Energie- und Klimapolitik ist voll im Gange. Im Spannungsfeld der Geopolitik wird er uns fortlaufend auch regional beschäftigen.

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Kontakt

Mag. (FH) Gertraud Eibl, MAS

Presse & Kommunikation, Industriellenvereinigung Salzburg

T +43 662 872 266 79
gertraud.eibl@iv.at


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