Das Kapital will arbeiten!

Der Zins ist tot, es lebe das Eigenkapital.

Keine Sorge, jetzt folgt keine Kritik der politischen Ökonomie - auch wenn wir nun einen Kulturwandel initiieren wollen! Vielmehr geht es darum, als (Familien)unternehmen stark durch Krisen zu kommen. In Kooperation mit dem Österreichischen Stiftungsverband, der DORDA Rechtsanwälte GmbH und dem Bankhaus Spängler informierten wir Anfang April in einer Gesprächsrunde über Beteiligungen mit verstiftetem Vermögen an Unternehmen als alternative Anlageklasse, was dabei zu beachten ist und wieviel Potential im Eigenkapital zusätzlich steckt.

Die Privatstiftung

Mit der Gründung einer Privatstiftung wird beabsichtigt Vermögensmassen für bestimmte Ziele zu bilden, sie zu verselbstständigen und deren Verwendung an den Willen des Stifters zu binden. Ganz deutlich steht bei den meisten Privatstiftungen das Bemühen im Vordergrund, Vermögen langfristig zu sichern, eine professionelle Unternehmensführung zu organisieren und eine Aufsplittung des Vermögens durch Aufteilung auf eine Erbenmehrheit zu verhindern.

Stand(ort)fest mit Privatstiftungen

Das macht insofern Sinn, da wohl ohne Stärkung des Eigenkapitals viele Unternehmen langfristig gesehen die aktuelle Gesundheitskrise nicht überstehen werden, jedenfalls aber Wachstumsmöglichkeiten nicht nützen können. Unternehmen nutzen in der Krise nicht nur das niedrige Zinsniveau für Bankkredite, sondern suchen immer öfter strategische Partner, die sie in wirtschaftlich robusten Privatstiftungen als nachhaltige Private Equity Investoren finden. So wird privates Beteiligungskapital geschaffen.

Kulturwandel. Jetzt!

Europäische Unternehmen arbeiten derzeit mit wenig Wagniskapital, auch weil Fremdkapital steuerlich bessergestellt ist. Ein Kredit wird daher oft rasch und ohne Abwägung anderer Optionen abgeschlossen. Dabei könnten neue Anreize zu Investitionen mit Eigenkapital relativ einfach durch eine steuerliche Absetzbarkeit von Eigenkapitalzinsen oder einer radikalen Senkung der Körperschaftsteuer gesetzt werden. Auch eine Prolongierung des Verlustrücktrages wäre wünschenswert. Das mindert die die Steuerlast und belohnt die Unternehmen. Wenn wir also wollen, dass österreichische Unternehmen in Österreichs Volkswirtschaft investieren, so müssen die Rahmenbedingungen attraktiver und simpel gestaltet werden. Leider wird in Österreich die aktuelle Krise länger andauern, als in anderen Ländern. Das bedeutet aber auch, wir haben ein bisschen mehr Zeit für jenen Kulturwandel, aber vor allem für die technische Umsetzung.

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