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Kommentar Dr. Peter Unterkofler

Kühler Kopf statt heißer Herbst

Wir befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation, werte Damen und Herren! Die dramatische Lage auf den Gas- und Strommärkten greift mittlerweile die Substanz des Wirtschaftsstandortes Salzburg an. Die IV macht deshalb im gesamten Bundesgebiet auf politischer und medialer Ebene massiv Druck, um Unterstützung für die Unternehmen zu erlangen.

Der Ablauf unserer Mangellage ist geprägt von mehreren Phasen: aktuell sind wir mit extremen Preisen bei Erdgas und Strom konfrontiert. Als nächstes könnten uns die Lenkungsmaßnahmen durch das Energieministerium bevorstehen und zuletzt drohen die Kontingentierung der Energie, Verbrauchsreduktionen und Flächenabschaltungen.  

Fakt ist aber, die Industrie ist ohnehin auf Effizienz getrimmt. Es gibt kaum noch Energiesparpotenzial, sondern nur noch Verschiebungspotenzial oder Einschränkungen und das bedeutet Abschaltungen. Doch es gibt einen Lichtblick: ich habe den Eindruck gewonnen, die Industrie ist besser vorbereitet, als es von der Bundesregierung kommuniziert wird. Und eine weitere gute Nachricht: insgesamt kam es beim Gasverbrauch 2022 bis jetzt zu Verbrauchsrückgängen aufgrund der warmen Witterung – jeder eingesparte Kubikmeter hilft uns in dieser schweren Situation, die nächste Phase der Energielenkung zu vermeiden.  

Liebe Leserin, lieber Leser, bei all diesen Sorgen dürfen wir nicht vergessen, uns mit den Herausforderungen am Arbeitsmarkt und der EU zu beschäftigen: Einerseits ist ein Rezept zur Behebung des akuten Fachkräftemangels leider immer noch nicht gefunden. Und gleichzeitig werden im kommenden Jahr für die Berichtscompliance die größeren Unternehmen mit Maßnahmen zu CSR und Nachhaltigkeit gebunden sein.

Eine Vielzahl an Herausforderungen wird an uns Unternehmer derzeit gestellt. Lassen Sie uns einen kühlen Kopf bewahren, auch wenn es rund herum brodelt im heißen Herbst.  

Herzlichst, Ihr

Dr. Peter Unterkofler