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Building the next generation of Cyber Talents

Innovationen werden in Finnland und Estland zwischen Bildungseinrichtungen und innovativen Unternehmen gelebt. Bei einer EdTech-Zukunftsreise auf Initiative der österreichischen Außenwirtschaft sammelte GF Irene Schulte Anfang April vor Ort Best-Practice-Beispiele für Schule, Firmen und Verwaltung.

Estland und Finnland gehören zu den Pionierländern der Digitalisierung sowie E-Government. Beide Länder erreichen im OECD PISA-Test oder im europäischen DESI (Digital Economy and Society Index) stets Top-Positionen. Die digitale Revolution dieser Länder zielt darauf ab, digitale Technologien in allen Bereichen effizient zu implementieren.  

Technologie im Schulalltag

Im Bildungssektor gehört dazu, dass alle Schülerinnen und Schüler die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erhalten, um gewandt auf moderne digitale Infrastruktur zugreifen zu können. Spiele und virtuelle digitale Umgebungen sind ein fester Bestandteil der finnischen Lernumgebungen. Auch in Finnland war Covid-19 ein massiver Treiber für digitale Skills, die ein Muss sind, denn die Maturaprüfungen sind rein digital.

Fragt man in Finnland die Bildungsverantwortlichen nach dem Erfolgsrezept, so wird stets auf die Qualität der Lehrer hingewiesen. Gute Bildung, Kenntnisse und Testergebnisse lägen rein in der Verantwortung der Lehrer. Erstaunlich ist, dass es kein Qualitätsmanagement oder Inspektoren gibt, dafür eine starke Schulautonomie.  Dieselbe Frage führt in Estland zu dem Hinweis, dass die Direktoren die wichtigsten Bildungsmacher seien. 

Nach dem Treffen mit dem finnischen Unterrichtsministerium und dem Bildungsamt von Helsinki haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Delegation aus Österreich – ua mit Bildungslandesrätin Daniela Gutschi, Vertretern der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und der Innovation Salzburg GmbH - intensiv mit der finnischen Bildungs- und Lerntechnologie auseinandergesetzt.  

Estland lernte konsequent von Finnland

Und auch in Estland werden bereits von Kindesbeinen an standardmäßig digitale Lern- und Lehrmaterialien, Informationssysteme und weitere EdTech-Lösungen verwendet. Äußerst interessant war daher der Besuch einer Versuchsschule für Phänomen-basiertes Lernen, einer multidisziplinären Form der Wissensvermittlung, sowie der STEAM-Pädagogik, wo vor allem Wissenschaft, Technik, Kunst und Mathematik unterrichtet wird. Nachdem Estland keine Industrie und Rohstoffe hat, fokussierte man sich seit der Unabhängigkeit auf die digitale Bildung mit dem Ziel: „we produce smart children“. 

In Estland ist die digitale Grundbildung bereits seit 2014 im Lehrplan verankert, es gibt umfassende Fort- und Weiterbildungsprogramme für das Lehrpersonal. Die Schulen sind sehr frei in der Auswahl der digitalen Hilfsmittel und kommunizieren direkt mit Firmen, was gebraucht wird. Dementsprechend verfügt Estland aktuell über die größte Startup-Dichte weltweit. Zehn solcher Unternehmen in dem 1,3 Millionen Einwohner zählenden Land haben eine Marktbewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar und sind damit sogenannte „Unicorns“.