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Kommentar Dr. Peter Unterkofler

Am seidenen Faden

Die Salzburger Industrie rutscht derzeit immer mehr in eine Rezession, werte Damen und Herren. Ursache für die konjunkturelle Abwärtsbewegung sind Verwerfungen aus einem Zusammentreffen von Pandemiefolgen, Ukraine-Krieg, Inflation, explodierenden Energiekosten und Mitarbeitermangel. Keine Frage, 2023 wird ein hartes Jahr für die Industrie.  

Dennoch, die Industrie ist krisenerprobt und wird auch diese schwierige Situation meistern. Dazu braucht es aber mehr denn je die richtigen Rahmenbedingungen. Ansonsten droht ein Einbruch im industriellen Mittelstand mit Wohlstandsverlusten für uns alle.

Neben den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, muss unser Fokus auf der Stabilisierung der Energiepreise liegen. Dringend notwendig ist europaweit eine vorübergehende Entkopplung der Strompreisbildung von den Gaspreisen durch Einführung eines Preisdeckels für jenes Gas, das zur Verstromung benötigt wird. Da nun Deutschland im Alleingang vorgeprescht ist und sein Modell eines Gaspreisdeckels eingeführt hat, muss der Bund mitziehen, da sonst der Wettbewerb zum Schaden des Wirtschaftsstandortes Österreichs enorm verzerrt wird. Bedauerlicherweise wurde von der Europäischen Union hier nach wie vor keine gesamtstaatliche Vorgangsweise umgesetzt. 

Liebe Leserin, lieber Leser, eine ganze Reihe von Unternehmen im Bundesland Salzburg ist bestens vorbereitet, sollte es im Winter im Zuge von Gasengpässen auch zu Problemen in der Stromversorgung kommen. Wir haben starke, gesunde Industriebetriebe, die auch in den vergangenen beiden Jahren hohe Widerstandskraft gezeigt haben. Wir können und werden uns an die neuen Gegebenheiten anpassen — doch das wird nicht ohne Hilfe einer neuen Standortpolitik gehen!

Herzlichst, Ihr

Dr. Peter Unterkofler