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„Neustart statt Comeback“

Rund 200 Unternehmer und Manager waren am 19. Oktober 2021 zum Industrie- und Zukunftsforum in den Hangar-7 gekommen. Nach fast zwei Jahren Pause konnte die beliebte Veranstaltung der IV-Salzburg gemeinsam mit den Salzburger Nachrichten und der Oberbank wieder stattfinden.

Monika Köppl-Turyna, Direktorin des EcoAustria – Instituts für Wirtschaftsforschung, erzeugte Aufbruchstimmung mit ihrer Keynote unter dem Motto „Neustart statt Comeback“. Die Ökonomin beleuchtete die wirtschaftliche Situation in der Pandemie, die Auswirkungen der Steuerreform und die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt.

IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler strich zur ökosozialen Steuerreform die Themen KöSt-Senkung, Investitionsfreibetrag und die erhöhte GWG-Abschreibung als positive Entwicklungen hervor. „Für die prosperierende Industrie wird es außerdem immer wichtiger, sich als besonders attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, betonte Unterkofler.

Baustelle Arbeitsmarkt 

Im Konjunkturausblick prognostizierte Köppl-Turyna einen Anstieg des BIP bis 2022 um 4 % mit anschließender Stagnation. „Dauerhaftes Wachstum funktioniert nur durch mehr Produktion und innovative Ideen“, erklärte die Wissenschaftlerin und kritisierte weiter: „Wir haben alle paar Jahre eine Steuerreform, die aber bei weitem nicht die Auswirkungen der kalten Progression neutralisiert. Einsparungen von 18 Milliarden Euro bis 2025 werden infolge steigender Ausgaben wieder zunichte gemacht.“ Sinkende Arbeitslosenzahlen und zugleich steigende Langzeitarbeitslosigkeit bezeichnete sie als „Mismatch“, das auf geografische Unterschiede und mangelhafte Bildung zurückzuführen ist. In Salzburg klagen 25 % der Industriebetriebe derzeit massiv über Fachkräftemangel. Degressives Arbeitslosengeld und eine Absenkung der Zuverdienstgrenze wurden als sinnvolle Ansätze präsentiert, ebenso wie Digitalisierung und Homeoffice als Alternative zur mangelnden Mobilität der Arbeitssuchenden.