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Erfolgskonzept Fernpraktikum

Die Bausparkasse Wüstenrot AG bietet Schülerinnen und Schülern reale Chancen auf Berufserfahrung auch in Zeiten der Pandemie. Eine innovative Erfolgsgeschichte mitten in der Krise, die neue Möglichkeiten eröffnet.

Arbeiten im Homeoffice ist für viele seit 2020 zur neuen Normalität geworden. Diese notwendige Alternative für Festangestellte während der Gesundheitskrise ist für Schüler auf der Suche nach einem Praktikumsplatz jedoch ein erhebliches Problem. Bereits zugesagte Ferialpraktika werden oft kurzerhand abgesagt oder gar nicht erst angeboten. Die Gründe hierfür reichen von fehlenden finanziellen Ressourcen bis zu mangelndem Bedarf oder der Tatsache, dass die eigenen Mitarbeiter nach wie vor aus dem Homeoffice arbeiten und Unternehmen den Zugang fremder Personen reduziert bzw. verboten haben.

Zwei Macher, ein Konzept

Sitrak Chopourian, Lehrer an der HTL Hallein (sowie Vorsitzender des ERFA QM), wollte diese Gründe jedoch nicht gelten lassen, dass seinen Schülern die Möglichkeit der praktischen Berufserfahrung genommen wird. Gemeinsam mit Marcel Halwa, Personalleitung Wüstenrot IT, wurde innerhalb weniger Tage das Konzept für ein Fernpraktikum entwickelt.

Intensive Betreuung über Online-Meetings

Zum Startschuss des Projekts „Fernpraktikum“ erfolgte ein Kick-off-Meeting in der Salzburger Wüstenrot Zentrale für ein persönliches Kennenlernen. Die Wüstenrot-Betreuer gestalteten den Welcome-Day mit den vier Schülern der HTL Hallein aus der Abteilung Betriebsinformatik. Diese wurden anschließend unter Berücksichtigung ihrer fachlichen und sozialen Fähigkeiten direkt im Wüstenrot-Netzwerk eingesetzt, wobei überwiegend über Videokonferenzen kommuniziert wurde.
Zentrale Aufgabe der Praktikanten war, eine Demo-Webseite mithilfe von Java Springboot und Angular zu programmieren. Die Wüstenrot Betreuer setzten einen weiteren Fokus auf das Thema Projektmanagement und agiles Arbeiten. „Input zur App-Entwicklung erhielten wir zweimal täglich per Videokonferenz. Unsere Betreuer waren außerdem jederzeit für Fragen erreichbar“, schildert Thomas Bamberger, einer der vier Praktikanten, seine positiven Erfahrungen.

Positives Resümee & Praxistipps für Unternehmen

Am Ende des Praktikums konnten die Schüler das entwickelte Projekt im Unternehmen präsentieren. Dieses war nicht nur zu Demozwecken aufgesetzt worden, sondern hatte realen Nutzen für das Unternehmen gebracht. Die Initiatoren Chopourian und Halwa diskutierten abschließend noch kritisch Vor- und Nachteile: „Das Konzept Fernpraktikum bietet Schülern einerseits nicht dieselben Erfahrungswerte wie während eines Normalbetriebs im Unternehmen. Aber andererseits bereitet es sogar noch besser auf die reale IT-Arbeitswelt von morgen vor,“ erklärte Sitrak Chipourian. Und auch die Praktikanten kamen zu einem ähnlichen Schluss: „Das Experiment war sehr hilfreich für unsere persönliche Weiterbildung. Wir können uns durch das Fernpraktikum jetzt viel besser vorstellen, wie in der IT-Branche gearbeitet und wie Projekte abgewickelt werden.“


Facts: 

Gelohnt hat es sich nicht nur für die Schüler, sondern auch Wüstenrot konnte Flexibilität und Innovation in Krisenzeiten beweisen. Abschließend noch drei Praxistipps für alle Unternehmen die künftig Fernpraktika anbieten möchten:  

1. Mitarbeiter auswählen, die Passion und Freude an der Praktikumsbetreuung mitbringen.
2. Engen Kontakt mit den Praktikanten halten, um auch „kleine“ Dinge niederschwellig klären zu können.
3. Gute Vorbereitung und vor allem viel Flexibilität bei der Durchführung – agiles Arbeiten, auch im Praktikumsbetrieb.