Industrie und Festspiele – zwei Konstante in Salzburg

Nach längerer pandemiebedingter Veranstaltungspause hatte die IV-Salzburg 2021 wieder zum Festspielempfang geladen. Wiedersehensfreude und Optimismus prägten die Stimmung an diesem herrlichen Sommerabend im Vorfeld zum neu-inszenierten ‚Jedermann‘. 

Auch wenn die Prognosen zunächst nicht rosig aussahen, so strahlte am 30. Juli herrlicher Sonnenschein über der luftigen Location M32 hoch über den Dächern Salzburgs. Unter den rund 300 Gästen waren zahlreiche Unternehmer und Spitzenmanager aus dem gesamten Bundesland, aber auch Vertreter der Politik, sowie KünstlerInnen der aktuellen Festspielproduktionen.  

Projekt Europa ist und bleibt alternativlos

Präsident Peter Unterkofler eröffnete den Empfang, indem der den Stellenwert und die Notwendigkeit eines einheitlichen Europas betonte. „Unter den Mitgliedsstaaten der EU vermissen wir leider immer häufiger das gegenseitige Verständnis. Manchmal klingt es nach einer Ansammlung von Solisten anstatt nach einem harmonischen Orchester. Bei allem Verbesserungspotential für unsere EU ist diese völlig alternativlos für unser Zusammenleben. Ein Zurück in die Nationalstaatlichkeit kann niemals ein Thema sein. Vielmehr brauche es ein stärkeres europäisches Selbstbewusstsein, um mehr Einfluss zu gewinnen“, erklärte der Präsident bei seiner Europarede. Abschließend schloss er seinen Beitrag mit Bezug auf das Jubiläumsjahr:

Europa ist wie die Salzburger Festspiele ein Friedensprojekt und das nun schon seit mehr als 100 Jahren.
Europa und Industrie brauchen einander

IV-Präsident Georg Knill stimmte in der gleichen Tonart ein: „Als Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft brauchen wir Europa. Corona hat Einiges an Verbesserungspotenzial offenbart. Die Lehre aus der Krise muss also sein, dass wir gemeinsam daran arbeiten. Europa braucht aber auch die Industrie, steht sie doch immerhin für knapp 20 Prozent der gesamten Wertschöpfung innerhalb der EU-27“, so Knill weiter. Reisefreiheit, freier Waren- und Dienstleistungsverkehr sowie ein funktionierender Binnenmarkt seien dabei tragende Säulen.  

Letzter Empfang mit der beliebten Festspielpräsidentin

Sie habe kein Talent zur Frustration, generell und auch in Zeiten der Pandemie war das nicht anders, strahlte eine bestens gelaunte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Nach der Vorstellung ihrer KünstlerInnen vom Young Singers Project rief sie zu mehr Mut aber auch Selbstverantwortung jedes Einzelnen auf.

Risiko ist die Bugwelle des Erfolgs
„Es wäre ein riesiger Fehler gewesen, im Vorjahr 2020 keine Festspiele abzuhalten“, zeigte sich Rabl-Stadler gewohnt selbstbewusst. Nach dem Motto „Trau dir selbst etwas zu, dann trauen dir andere auch etwas zu“ wird auch die Festspielsaison 2021 erfolgreich durchgeführt - alle Vorhaben sind bis jetzt ohne Komplikationen aufgegangen. „Kunst, Kultur und Wissenschaft sind schon immer die besten Ratgeber gewesen“, gab die scheidende Festspielpräsidentin ihren Zuhörern mit auf den Weg. Die spannende Frage zum Thema NachfolgerIn ist auch an diesem Abend leider offengeblieben. Beantwortet wurde allerdings die Frage, ob die anschließende Aufführung des ‚Jedermann‘ drinnen stattfinden wird: Ja, denn zum Schluss unseres Empfanges fing es dann doch noch an zu regnen.