Export stärken!

Vom Erfolg unserer Unternehmen auf internationalen Märkten hängt die positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung Österreichs entscheidend ab. Umso wichtiger ist jetzt die gezielte Stärkung der heimischen Exportwirtschaft – auch mit neuen Instrumenten. 

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die österreichische Exportquote beträgt 53 Prozent, das heißt mehr als die Hälfte des heimischen Wohlstands wird auf internationalen Märkten erwirtschaftet. 1,7 Mio. Menschen arbeiten in Österreich in exportorientierten Unternehmen – damit hängt beinahe jeder zweite Arbeitsplatz direkt am Welthandel. Und vor der Corona-Krise (2019) hat die Steuerleistung der exportorientierten Produktionsunternehmen enorme 8,25 Mrd. Euro betragen. Leistungen, die für Österreich mehr denn je unverzichtbar sind. „Die hohe internationale wirtschaftliche Verflechtung Österreichs sichert Arbeitsplätze und Wohlstand. Vom zukünftigen Erfolg heimischer Betriebe auf internationalen Märkten hängt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft ab“, sagt IV-Präsident Georg Knill.

„Je stärker der österreichische Exportmotor läuft, desto besser für Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland.“
Mehr vom Aufschwung profitieren

Dafür braucht es noch attraktivere Rahmenbedingungen für heimische Exporteure sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Das gilt für die nationale Ebene, wo wir die Wettbewerbsfähigkeit stärken und damit die Erzeugung von Waren und Dienstleistungen für den erfolgreichen Export unterstützen. Wir brauchen aber auch eine aktive europäische und nationale Handelspolitik sowie zusätzliche exportstärkende Maßnahmen“, unterstreicht IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Das alles ist umso wichtiger, als Österreich und Europa vom internationalen Aufschwung nach Corona deutlich mehr profitieren sollen. Die USA und China sprinten nämlich gerade Europa mit einem Anstieg von voraussichtlich sechseinhalb bis achteinhalb Prozent davon. Österreichs Wirtschaft wird heuer um 3,4 Prozent und 2022 um 4,2 Prozent wachsen – und damit Ende 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen, prognostiziert die OECD. Die wichtigsten Maßnahmen der Industriellenvereinigung zur Stärkung des Exports auf einen Blick:

Marktzugang verbessern

Dafür sollen weitere EU-Handelsabkommen abgeschlossen werden. „Ein möglichst engmaschiges Netz aus EU-Handelsabkommen unterstützt intakte Lieferketten und somit auch die Rohstoffversorgung“, sagt IV-Präsident Knill. Das Investitionsabkommen EU-China sollte trotz des aktuellen Stillstands in Kraft gesetzt werden – ebenso das Abkommen zwischen EU und Mercosur. Auch die Gespräche mit den USA über ein transatlantisches Wirtschaftsabkommen sollten wiederaufgenommen werden, so Knill. Ein wichtiges aktuelles Anliegen ist der Industrie die Aufhebung von Corona-bedingten Reiserestriktionen und Landeverboten.

Fairen internationalen Wettbewerb schaffen

Das Pariser Klimaschutzabkommen muss seitens aller Teilnehmer konsequent realisiert werden. „Gleichzeitig müssen die EU und Österreich sich aber dafür einsetzen, dass weltweit gleichwertige Ziele bei der Reduktion der Treibhausgas-Emissionen durchgesetzt werden. Die Ambitionen Chinas, der USA, der EU und anderer Industriestaaten sollten angeglichen werden“, argumentiert IV-Generalsekretär Neumayer. Neben der WTO-Reform mit wieder funktionierenden Schiedsgerichten sind der Industrie auch Maßnahmen zur Verhinderung erzwungener Technologietransfers ein wichtiges Anliegen. Aktivitäten der OECD gegen Überkapazitäten, etwa im Stahlbereich, müssen ebenso am Programm stehen wie neue Gremien von OECD und WTO für mehr Versorgungssicherheit mit kritischen Produkten weltweit. Der EU-Marktzugang für massiv subventionierte drittstaatliche Unternehmen soll beschränkt werden können.

Exporte in Österreich unterstützen

Die Exportförderung erfordert aus Sicht der Industriellenvereinigung aber auch in Österreich weitere Bemühungen. Dafür werden aktuell in der IV konkrete Vorschläge entwickelt. Klar ist, dass die Exportförderung in Form von Garantien und Versicherungen durch die Oesterreichische Kontrollbank AG langfristig sichergestellt sein muss, da sie das wirksamste Instrument der direkten Exportförderung ist. Angedacht werden kann so etwa die erhöhte Übernahme des Risikos von Bankgarantien für exportierende Unternehmen sowie auch steuerliche Begünstigungen für Exporteure. Zudem sollen ungebundene Kredite verstärkt eingesetzt werden. Neumayer: „In einem Rahmenabkommen mit einem anderen Staat oder Unternehmen sollen Kreditlinien flexibler vergeben werden können als aktuell. Der Kreditnehmer soll animiert werden, österreichische Produkte zu erwerben.“ Ebenso zu überlegen ist: Die Finanzierung von Warenlieferungen in Wachstumsmärkte ist oftmals Basis für das Zustandekommen eines Auftrags. Daher sollte für einige Staaten das staatliche Haftungsvolumen erhöht werden – etwa für Ägypten, Ukraine, Pakistan und Nigeria. Ohne den gesamtstaatlichen Haftungsrahmen zu überschreiten. Der staatliche Rahmen für Exportförderungen beträgt aktuell 40 Mrd. Euro, 31 Mrd. Euro davon sind ausgeschöpft.

„Die EU und Österreich müssen sich dafür einsetzen, dass weltweit gleichwertige Ziele bei der Reduktion der Treibhausgas Emissionen durchgesetzt werden.“
Rohstoffversorgung sichern

Nachdem exportierende Betriebe vielfach von internationalen Lieferketten und Rohstoffen abhängig sind, ist auch die Rohstoffversorgung ein wichtiges Thema für exportierende Unternehmen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, plädiert die IV für u.a. eigene EU-Rohstoffabkommen mit rohstoffreichen Ländern, die Absicherung von Rohstofflieferungen im Rahmen von EU-Handelsabkommen mit rohstoffreichen Staaten und die Sicherstellung einer verantwortungsvollen Gewinnung von Rohstoffen in Österreich und der EU.

IV-Präsident Georg Knill: „Je stärker der österreichische Exportmotor läuft, desto besser für Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland. Die gezielte Stärkung des Exports ist ein Gewinn für ganz Österreich.“

Foto: IV